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Aus: Ausgabe vom 10.01.2026, Seite 3 / Ansichten

Musical des Tages: Malle Olé

Von Felix Bartels
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Operette ist Parodie der Oper. Musical Parodie der Operette. Ein Malle-Musical dann Parodie des Musicals. Parodie vierter Ordnung also, auch die Oper ist ja bereits Parodie, des Lebens nämlich. In Malle und Musical treffen sich zwei, die einander bestimmt sind. Ersteres scheint im letztern angelegt. Regelrecht verhindert wirkt Andrew Lloyd Webbers sich selbst viel zu ernst nehmendes Treffen von drölf Millionen Katzen, die sich streiten, wer von ihnen sterben darf, um dann zweieinhalb Stunden lang, eine nach der anderen, ihre drögen Lebensgeschichten zu erzählen. Im Malle-Musical ist die Gattung zu sich gekommen.

Am Donnerstag war Duisburg Zeuge. Der Welturaufführung von »Malle Olé – das Musical … das ballert«. Bei Wetter, das eher an Après-Ski erinnert, drangen die Massen ins Theater am Marientor. Und tranken bald Sangria, sie tranken es wie Biar. Auch Trinken nämlich ist Sport, Johnny Däpp nimmt den Mega Pint in einem Zug, zehn nackte Frisösen tun es ihm nach. So ein schöner Tag, mama lauder, Layla! Nur der eine Typ, der sich beschwerte, weil die Einmeterfuffzig-strohhalme nun auch aus Pappe sind, wurde vor die Tür befördert. »Geh doch zu Hause, du alte Scheiße!«

Auf der Bühne gab es nicht weniger Drama. »Malle Ole« hat tatsächlich eine Handlung, irgendwie müssen die Ballermann-Schmuse-Pogo-Evergreens ja verknüpft werden. Alex und Laura haben sich getraut – sich zu trennen. Unglücklicherweise stehen sie bald am selben Gate in derselben Schlange. Die Mittagsmaschine geht nach Malle, wo Alex mit Freunden saufen und Laura mit Freundinnen auch was derart machen will. Ebenfalls auf die Insel fliegt Viktor, ein blaublütig-finanzkräftiges Sackgesicht, das die Malle-Prolls weghaben will. Ballermans Gentrifizierung, auch der Neun-Euro-Ticket-Pöbel auf Sylt störte bereits wie das Korn im Feldbett.

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