10.10.2025
Linke Publizistik
Späte Erfüllung
Für die »alte« Weltbühne der Weimarer Zeit standen die wohlbekannten Namen Tucholsky und Ossietzky. Wem aber verdankte die Leserschaft das Weiterbestehen ab 1933? Es waren Wilhelm S. Schlamm und Hermann Budzislawski. Geschichte einer lebenslangen Feindschaft
Von Christian Stappenbeck
Die große Stunde für Hermann Budzislawski schlug Anfang 1934. Er übernahm 33jährig die Redaktion und Leitung der Neuen Weltbühne, eines der drei großen deutschen Exiljournale. Obwohl wenig bekannt, brachte er beste Voraussetzungen mit. Er verband kaufmännisches Geschick mit der Begabung, wichtige Autoren anzusprechen. Im Vorfeld der handstreichartigen Übernahme hatte Budzislawski in der Schweiz Edith Jacobsohn, die Witwe des Gründers und Inhaberin der Rechte am Blat...
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