Caracas warnt vor US-Invasion
Von Volker Hermsdorf
Die venezolanische Regierung hat am Sonntag vor einer »False-Flag-Operation« der extremen Rechten gewarnt. Diese wollte demnach »tödliche Sprengsätze« in der ehemaligen US-Botschaft in Caracas plazieren, um die Schuld für den Anschlag anschließend der Regierung zuzuschieben. Parlamentspräsident Jorge Rodríguez erklärte auf Telegram, die Warnung sei »auf drei unterschiedlichen Wegen« an Washington übermittelt worden. Laut Rodríguez ziele die Aktion darauf ab, die Spannungen zwischen Washington und Caracas weiter zu verschärfen. Entsprechende Sicherheitsmaßnahmen seien bereits erfolgt. Venezuela unterhält seit 2019 keine diplomatischen Beziehungen zu den USA. Die Botschaft wurde faktisch geschlossen, konsularische Aufgaben werden heute über ein sogenanntes Interessenbüro in der Vertretung eines Drittstaates abgewickelt.
Die Erklärungen von Rodríguez erfolgten kurz nach neuen US-Militäreinsätzen in der Karibik. US-Präsident Donald Trump bestätigte am Sonntag, dass US-Streitkräfte am Vortag ein weiteres angebliches Drogenschmugglerboot vor der Küste Venezuelas attackiert hätten. Trump lobte die bisherigen Einsätze als so erfolgreich, dass »keine Boote mehr übrig« seien, »nicht einmal Fischerboote« würden sich in der Region bewegen. Gleichzeitig kündigte er an, dass die »Antidrogenoperationen« künftig auch auf das Festland verlagert werden könnten. Laut US-Angaben wurden bei den Einsätzen bislang mindestens 21 Menschen getötet. Trump warf Venezuelas Präsident Nicolás Maduro erneut vor, Drogenbanden zu kontrollieren, und verteidigte die Angriffe als wirksames Mittel im Kampf gegen den internationalen Drogenhandel.
In den Tagen zuvor hatten venezolanische Politiker die Überflüge von US-Kampfflugzeugen über das Fluginformationsgebiet der Stadt Maiquetía in rund 75 Kilometern Entfernung von der Küste scharf kritisiert. Außenminister Yván Gil und Verteidigungsminister General Vladimir Padrino López bezeichneten die Vorfälle als »ernsthafte Verletzung der Souveränität« und warnten zugleich vor Risiken für die zivile Luftfahrt. Maduro betonte, sein Land werde notfalls auch zu bewaffneten Mitteln greifen, um die territorialen Rechte zu verteidigen, und kündigte umfangreiche Militärübungen sowie die Mobilisierung von Streitkräften und Milizen an. Er sprach von einer »multiformen Kriegslage«, die wirtschaftliche, politische und psychologische Angriffe einschließe.
Auch Verbündete Venezuelas reagierten scharf auf das US-Vorgehen. Moskau verurteilte den Angriff auf ein angebliches Drogenboot am Freitag und warnte vor einer weiteren Eskalation in der gesamten Karibik. Kuba wies darauf hin, dass die US-Militäraktionen als Vorwand für eine direkte Intervention dienen könnten, und bezeichnete die Überflüge, Angriffe auf Schiffe sowie die Ankündigung möglicher Landoperationen als klaren Bruch des Völkerrechts und der UN-Charta. Auch andere Länder der Region äußerten deutliche Kritik, etwa Kolumbien und Bolivien.
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