29.03.2025
Zweiter Weltkrieg
Der gestrichene Feiertag
Vor 80 Jahren wurde Ungarn sowjetisch besetzt und vom Faschismus frei. Die Deutung des Ereignisses ist umstritten
Von Christian Stappenbeck
Für vier Jahrzehnte war der 4. April in Ungarn, in der Ungarischen Volksrepublik, staatlicher Feiertag. »Felszabadulás napja«, wörtlich: Tag des Befreitwerdens. An diesem Tag wurde seit 1950 an die gefallenen Sowjetsoldaten erinnert. Nach dem »Systemwechsel« – wie man in Ungarn zu sagen pflegt – mochte das regierende Establishment keinerlei positive Erinnerung mehr mit der Roten Armee verbinden, und der Feiertag wurde gestrichen. Statt Befreiung war das neue Schlagw...
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