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Arbeitsmarktintegration: Unterstützung hilft

Nürnberg. Eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit, die am Mittwoch veröffentlicht wurde, hat untersucht, wie groß die Unterschiede bei der Arbeitsmarktintegration ukrainischer Geflüchteter in europäischen Ländern sind. Das Ergebnis: Deutschland lag sowohl 2022 als auch 2024 im Mittelfeld. Ende 2022 betrug die Beschäftigungsquote hierzulande knapp 20 Prozent. Spitzenreiter waren Litauen mit 57 Prozent und Großbritannien mit 56 Prozent.

Einen positiven Einfluss auf die Beschäftigungsquote hatte laut der Untersuchung die »Nachfrage nach niedrig qualifizierten Arbeitskräften«. Diese Jobs erforderten weniger sprachliche und andere Voraussetzungen und könnten schneller besetzt werden. Negativ wirkten sich hingegen eine hohe Erwerbslosenquote oder eine »strenge Regulierung des Arbeitsmarktes« aus. Die Kinderbetreuung spielt eine wichtige Rolle. In Ländern mit einem guten Betreuungsangebot arbeiteten mehr Geflüchtete. Auch arbeitsmarktpolitische Maßnahmen, also etwa Unterstützungsprogramme bei der Jobsuche, wirkten sich demnach positiv aus. Gleiches gilt für den Zugang zu Gesundheitsleistungen. Einer der wichtigsten Faktoren waren laut der Studie außerdem soziale Netzwerke. In Ländern, in denen bereits vor dem Ukraine-Krieg mehr ukrainische Staatsangehörige lebten, war die Beschäftigungsquote der Geflüchteten höher. Ein Zusammenhang zwischen der Beschäftigungsquote und den Pro-Kopf-Ausgaben, also etwa Transferleistungen wie Bürgergeld, konnte hingegen nicht nachgewiesen werden. (jW)

junge Welt

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Erschienen in der Ausgabe vom 18.07.2024, Seite 15, Betrieb & Gewerkschaft

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