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Aus: Ausgabe vom 02.12.2023, Seite 10 / Feuilleton
Kino

Die singende Ziege

Wünsch dir was: Mit »Wish« präsentiert Disney einen gediegenen Märchenfilm zum 100. Studiojubiläum
Von Harald Ringel
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Mit Wünschen herrschen: König Magnifico (M.) zeigt Asha (r.) seine Schatzkammer

Seit 100 Jahren gibt es die Marke »Disney«. Der Visionär Walt Disney (1901–1966), der das Studio im Oktober 1923 mit seinem Bruder gründete und ihm seinen Namen gab, begann mit kurzen Trickfilmen – eine Szene aus »Steamboad Willie« mit Micky Maus von 1928 ist noch immer im Vorspann aktueller Trickfilmproduktionen zu sehen. 1937 drehte er mit »Schneewittchen und die sieben Zwerge« seinen ersten langen Animationsfilm, der erste von zahlreichen Trickfilmklassikern wie »Cinderella« (1950) und »Das Dschungelbuch« (1965). Mittlerweile werden die Produktionen des Hauses nicht mehr hauptsächlich im Kino, sondern im eigenen Streamingdienst Disney+ verwertet. Aber die Vorfreude auf den alljährlichen Trickfilm zur Vorweihnachtszeit bleibt gleich, auf ein Märchen mit Gesangseinlagen und liebenswerten tierischen Nebenfiguren.

»Wish« ist nun der ideale Jubiläumsfilm. Der Titel spielt auf den Song »When You Wish upon a Star« von Leigh Harline und Ned Washington an, der für »Pinocchio« (1940) geschrieben wurde und noch immer vor jedem Disneyfilm im Vorspann mit dem Schloss zu hören ist. Um Wünsche geht es in den meisten dieser Filme. Kamen in den letzten Jahren Disneyfilme oft ohne ­viele Lieder aus (mit Ausnahme des starken »Encanto« von 2021), wird nun wieder mehr gesungen. Besonders sticht eine Musicalszene hervor, in der die kleine Ziege Valentino mit Hühnern in einem Stall eine Show bietet, die aus Hollywoodmusicals der Busby-Berkeley-Jahre zu stammen scheint. Auch den Beginn mit einem sich öffnenden Märchenbuch gab es in den frühen Filmen oft.

Zur Handlung: In Rosas, einem mittelalterlichen Königreich vor der iberischen Halbinsel, herrscht der zauberkundige König Magnifico, der die größten Wünsche seines Volkes sammelt und in blauen Kugeln aufbewahrt, bis er jährlich einige davon erfüllt. Angeblich, um das Volk vor Schmerz zu bewahren, aber in Wirklichkeit, um das Volk zu kontrollieren und seine Macht zu sichern. Als er eine neue Assistentin sucht, bewirbt sich die 17jährige Asha. Sie bittet den König, ihrem Großvater an dessen 100. Geburtstag seinen Wunsch zu erfüllen, was Magnifico als zu gefährlich abtut. Davon gehörig desillusioniert, schickt Asha einen Wunsch in den nächtlichen Sternenhimmel – und wird erhört. Ein kleiner Stern, der Wünsche erfüllt, kommt zu ihr auf die Erde geflogen. Plötzlich können nicht nur die Ziege Valentino, sondern auch andere Tiere und Blumen sprechen und singen. Der Stern will Asha und ihren Freunden helfen, die Wünsche zu befreien und den Menschen zurückzugeben.

Asha ist keine Prinzessin, erinnert aber dennoch an Elsa und Anna aus den beiden »Die Eiskönigin«-Filmen (2013/2019). Das nimmt nicht Wunder, sind doch auch diesmal Chris Buck als Regisseur und Jennifer Lee als Ko­autorin und Produzentin mit von der Partie. Koregisseurin Fawn Veerasunthorn hat zudem schon einige Disney-Filme animiert. Die Figuren von »Wish« wirken nun stärker handgezeichnet als die der jüngsten Vorgänger, die Hintergründe ähneln Aquarellbildern – ein Effekt der neuen Meander-Animationstechnik, die Computeranimationen und Handzeichnungen verbindet. Der ganze Film ist voll mit Anspielungen auf Figuren und Motive aus 100 Jahren Disney-Geschichte. So ähneln etwa Ashas sieben Freunde sehr den sieben Zwergen aus »Schneewittchen«.

Für jW-Fazitfreunde: Auch wenn manche Klassiker der Studiogeschichte sicher noch stärker sind, ist »Wish« ein schön altmodischer Film mit allen Zutaten der früheren Hits. Ein gelungener Märchenfilm für die Kleinen und eine nostalgische Erinnerung an die eigene Kindheit für die Erwachsenen.

»Wish«, Regie: Chris Buck und Fawn Veerasunthorn, USA 2023, 95 Min., bereits angelaufen

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