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Aus: Ausgabe vom 24.06.2022, Seite 2 / Ausland
Ukraine-Krieg

US-Raketenwerfer für Kiew

Washington liefert neue Waffen. EU-Gipfel entscheidet über Status der Ukraine
Von Emre Şahin
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Kriegssimulation mit »Himars«: Raketenabschuss der US-Armee in der Hochwüste bei Washington (23.5.2011)

Nach deutschen Panzerhaubitzen hat die Ukraine nun auch US-amerikanische Raketenwerfersysteme des Typs »Himars« erhalten. »Der Sommer wird heiß für die russischen Besatzer und für einige von ihnen der letzte«, schrieb Olexij Resnikow am Donnerstag auf Twitter. Der ukrainische Verteidigungsminister dankte seinem US-Amtskollegen Lloyd Austin persönlich für die Lieferung. Kiew soll für die Systeme Raketen mit einer Reichweite von etwa 80 Kilometern erhalten. Technisch sind jedoch auch Präzisionsraketen mit einer Reichweite von 500 Kilometern und damit das Erreichen von Zielen im russischen Hinterland möglich.

Laut Angaben des ukrainischen Generals Olexij Gromow vom Donnerstag versuchten russische Truppen die ukrainischen Soldaten in der Stadt Lyssytschansk bei Lugansk einzukesseln, berichtete Reuters. Das Verteidigungsministerium in Moskau gab selbentags bekannt, mit Hochpräzisionswaffen Treibstofftanks der ­ukrainischen Armee sowie militärische Ausrüstung in der Nähe von Mikolajiw beschossen zu haben. Der Bürgermeister der südukrainischen Stadt hatte zuvor mitgeteilt, dass Explosionen zu hören seien und die Bevölkerung sich deshalb in Sicherheit begeben solle.

Unterdessen hat Russland mit Blick auf mögliche künftige Verhandlungen erklärt, an seinen Forderungen festzuhalten. »Was einen Friedensplan betrifft, so ist der möglich, nachdem Kiew alle Forderungen der russischen Seite erfüllt hat«, so der russische Präsidentensprecher Dmitri Peskow in Moskau laut dpa. Allerdings verzichtete er darauf, sie öffentlich zu konkretisieren. »Die Ukraine kennt sie genau«, sagte Peskow nur. Die in der Öffentlichkeit geäußerten Forderungen Moskaus zu Beginn des Kriegs bestanden unter anderem in der Anerkennung der »Volksrepubliken« Donezk und Lugansk sowie der 2014 erfolgten Eingliederung der Schwarzmeerhalbinsel Krim in die russische Föderation.

In Brüssel warb derweil Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) dafür, die Ukraine zum EU-Beitrittskandidaten zu machen. Die 27 Staats- und Regierungschefs sollen ab Donnerstag – nach jW-Redaktionsschluss – über die Aufnahme Kiews entscheiden. Bereits kurz zuvor hatte das EU-Parlament mehrheitlich die Anerkennung der Ukraine und des Nachbarlands Moldau als offizielle EU-Beitrittskandidaten gefordert.

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