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Aus: Ausgabe vom 16.08.2021, Seite 6 / Ausland
Erinnern heißt kämpfen

Lang lebe George Jackson!

USA: Vor 50 Jahren wurde der Black Panther von Gefängniswärtern erschossen
Von Jürgen Heiser
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In der jungen Welt vom 21./22. August 2010 schrieb Kolumnist Mumia Abu-Jamal, selbst seit 1981 politischer Gefangener in den USA, es sei »jetzt 39 Jahre her, dass der Black Panther George Jackson im kalifornischen Staatsgefängnis von San Quentin am 21. August 1971 von Wärtern ›auf der Flucht‹ erschossen wurde, wie es offiziell hieß. Mit 18 Jahren wegen eines Tankstellenüberfalls mit 70 US-Dollar Beute zu einer ›Gummistrafe‹ von einem Jahr bis lebenslänglich verurteilt, schloss Jackson sich in der Haft der Black Panther Party an und baute eine militante Gefangenenbewegung auf. International bekannt wurde er durch seinen als Buch veröffentlichten Briefwechsel mit Angela Davis.«

Im selben Monat schrieb Abu-Jamal an anderer Stelle, der Name Jackson sei »jungen Menschen in diesem Land heute kaum noch bekannt«. Auch nicht »seine Leidenschaften, die Brillanz seines Denkens und sein Kampf für das schwarze Volk in den USA«. Und das, obwohl seine Bücher »Blood in My Eye« und »Soledad Brother« in den Vereinigten Staaten mehr als eine halbe Million Mal verkauft wurden, so Abu-Jamal. Der französische Dramatiker Jean Genet habe Jacksons Bücher als »Waffen im schwarzen Freiheitskampf« bezeichnet. Warum sonst seien sie längst aus den Läden verbannt, fragte Abu-Jamal, und gab gleich die Antwort: Das spreche »für ihre bis heute anhaltende Kraft, Menschen wachzurütteln, zu inspirieren, zu erziehen und ein Feuer zu entfachen«. Deshalb Abu-Jamals Botschaft an junge Leute: »Lest George Jackson, lernt von ihm und gebt es weiter. Lasst sein Leben, sein Licht und sein Opfer nicht in Vergessenheit geraten!«

Inzwischen jährt sich der Todestag Jacksons am kommenden Sonnabend, dem 21. August 2021, zum 50. Mal. Im »Black August«, dem Monat, in dem militante Schwarze nicht nur in den USA bedeutender Persönlichkeiten und Geschehnisse ihres Freiheitskampfes gedenken, ist es ein ganz besonderer Tag, weil dieser Gedenkmonat auf den Mord an Jackson am 21. August 1971 zurückgeht. Anlass genug für die jüngste Onlineausgabe des Newsportals Struggle for Socialism (SfS), die Bedeutung des persönlichen Beispiels, das der 1941 Geborene in seinem kurzen Leben gab, wieder in Erinnerung zu rufen. Am Tag der Trauerfeier, der »ersten Veranstaltung des ›Black August‹«, hätten ihm damals 200 Black Panthers mit ihren schwarzen Lederjacken und Berets in der St. Augustine’s Church im kalifornischen West Oakland die letzte Ehre erwiesen, »während 8.000 Menschen vor der Kirche zuhörten«, so SfS. Als Jacksons Sarg herausgebracht wurde, habe ihn die Menge mit erhobenen Fäusten gegrüßt und skandiert: »Lang lebe George Jackson!«

http://www.freedom-now.de/news/artikel1937.html

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