15.08.2017
DDR
Die Wut dauert an
Soziale Verwerfungen nach dem Anschluss der DDR haben den Osten geprägt
Von Robert Allertz
Die Begrüßung war höflich, aber kühl und erkennbar distanziert. Die Leipziger Lichtdrucker musterten den jungen Mann, der aus Hannover gekommen war. Ihre Reserviertheit legte sich blitzartig, als dieser irgendwann erklärte, er studiere zwar im Westen, stamme aber aus dem Osten. Augenblicklich änderte sich das Klima. Dabei war der Student Fritz Schumann erst Mitte 20, in der DDR erst drei Jahre vor deren Untergang geboren worden. Auch in Hannover hatten sich die »Oss...
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