Aus: Ausgabe vom 21.04.2017, Seite 8 / Ansichten

Feldherr des Tages: Joachim Ferk

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Um die Verluste gering zu halten, zieht Hamburgs Bereitschaftspolizei mit schwerem Gerät zum Gipfeltreffen

Es soll offenbar die »Mutter aller Schlachten« werden, worauf sich die Hamburger Bereitschaftspolizei einstellt: »Wir werden auch in den eigenen Reihen mit Verlusten zu rechnen haben.« Mit dieser todesmutigen Ansprache und einer Menge Kriegsgerät bereitete der Leiter der Truppe, Joachim Ferk, seine Mannen auf den Einsatz ihres Lebens vor. Ferk sagt’s, wem sonst, Bild online vom Mittwoch abend.

Am 7. und 8. Juli erwartet die Stadt Hamburg, genannt »das Tor zur Welt«, die G 20, darunter die unbeliebtesten Regenten des Planeten. Die sollen da rein, ins Tor, um die Lage der Welt unter sich auszumachen. Und die müssen da irgendwie auch wieder raus. Gewiss keine leichte Aufgabe, Merkel, Trump und die ganze Company durchs Nadelöhr zu bringen, wenn Hunderttausende Menschen in der Stadt sind, die so nicht regiert werden wollen.

Der oberste Bereitschaftspolizist Ferk ließ indes schon am Mittwoch ausrücken, um mit seinen hochgerüsteten »Elitebeamten« vom mobilen Einsatzkommando den Häuserkampf in der Reichspräsident-Ebert-Kaserne zu testen, Explosionen inklusive. Sein ganzer Stolz ist der neue Panzerwagen »Survivor«, also »der Überlebende«, fabriziert von Rheinmetall. Ferk kann sich nun als oberster Feldherr der Hamburger Polizeimiliz, die er in aller treuseliger Opferbereitschaft in den Kampf führen möchte, weltweit einen Namen machen. Die größere Anzahl der Gefallenen scheint er ja sowieso, wenn man seiner Aussage folgen möchte, auf der Gegnerseite zu wähnen, und ergänzte: »Das sind die Täter, die auf uns warten.«

Soviel Bürgersinn ist auch dem Innensenator Andy Grote (SPD) schon jetzt ein Wort des Lobes wert. Nach dem Testkampf – offiziell als Antiterrorübung deklariert – prostete er Ferks Mannen zu und ließ sich im Hamburger Abendblatt zitieren: »Das war keine Showveranstaltung!«

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