03.12.2015
Nägel in die Köpfe
Wladimir Sorokin beschwört Eurasiens fröhliche Apokalypse
Von Stefan Kleie
Wladimir Sorokin hat einen wortmächtigen und überaus ambitionierten Roman geschrieben. Doch »Telluria« verlangt vom Leser nicht nur jede Menge Geduld, sondern auch ziemlich starke Nerven. Seitenweise vorgetragene krude reaktionäre Ideologie, esoterisches Geraune und eine polyperspektivische Erzählweise, die es unmöglich macht, einen eigenen Leserstandpunkt zu erarbeiten, setzen auf pure Überwältigung durch Textmassen. »Karnevalesk« fällt dem Verlag dazu ein; geme...
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