06.06.2015
Schatten der Gewalt
Auch mehr als zwanzig Jahre nach dem Genozid sind die Ereignisse in Ruanda präsent. Das kleine Land in Ostafrika pendelt zwischen Auseinandersetzung mit der jüngsten Geschichte und der Verdrängung von deren Auswirkungen
Von Simon Loidl
Hinter den letzten Hügeln, auf denen sich Kigali ausbreitet, beginnt eine tropisch-grüne Ebene. Die Straße führt über den Nyabarongo, einen der Quellflüsse des Nils, der ruhig durch die sumpfige Landschaft südlich der ruandischen Hauptstadt fließt. Die idyllische Umgebung gibt keinen Hinweis auf die Ereignisse des Jahres 1994, als unzählige Menschen von den Interahamwe-Milizen hier ins Wasser geworfen wurden – lebende wie bereits ermordete.
Der Bus fährt bis Nyamata...
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