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Gabriel drängt Bayern zu Stromtrassen

Berlin. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) drängt Bayerns Regierungschef Horst Seehofer (CSU) dazu, eine Entscheidung über neue Stromleitungen zu treffen. »Bayern muss sich im Januar endgültig für die beiden geplanten Stromtrassen nach Süden entscheiden«, sagte der SPD-Chef der Bild am Sonntag. Blockiere der Freistaat diese Projekte weiter, riskiere er die Schwächung seiner Wirtschaft durch höhere Strompreise. Ohne die Südleitungen werde der Strom mit der Abschaltung von Atomkraftwerken in den nächsten Jahren knapp in dieser Region. »Und alles, was knapp ist, wird teuer«, drohte Gabriel.
Gegen die Stromleitungen protestieren mehrere Bürgerinitiativen, die eine Zerstörung großer Landschaftsteile in Bayern befürchten. Der bayerische Ministerpräsident Seehofer hatte die Notwendigkeit der Trassen ebenfalls mehrfach angezweifelt.
Gabriel hingegen betonte, dass die EU die bislang einheitliche Preiszone in Deutschland wohl aufteilen werde in einen preiswerten Norden und einen teureren Süden. »Ich kann mir nicht vorstellen, dass die bayerische Wirtschaft das will«, so der Bundeswirtschaftsminister. (Reuters/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 05.01.2015, Seite 4, Inland

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