26.06.2014
Gewalt als Rohstoff
Aus Anlaß der Novelle »Stallungen«: Anmerkungen zur kargen Kunst des Guatemalteken Rodrigo Rey Rosa
Von Erich Hackl
Der Guatemalteke Rodrigo Rey Rosa erzielt merkwürdige literarische Effekte. Einerseits versteht er es, den Leser in den Bann seiner Geschichten zu ziehen; andererseits hat man sie trotz der spannenden Handlung bald wieder vergessen. Was einem jedoch in Erinnerung bleibt, ist Rey Rosas lapidare, emotionsfreie Sprache: weil sie so gar nicht zu den Gewaltexzessen zu passen scheint, von denen seine Bücher künden. Ein belangloses Detail, eine winzige Irritation oder ein ...
Artikel-Länge: 3669 Zeichen


