07.03.2014
Unvollendete Revolution
Beim dritten Anlauf zur demokratischen Umgestaltung Nepals nach 1951 und 1990 zeigen sich die altbekannten Probleme und Herausforderungen
Von Thomas Berger
Jeden Morgen setzt sich Narayan in den Bus und fährt die 25 Kilometer von seinem Heimatdorf Banepa in die Hauptstadt Kathmandu. Er ist blind, und wenn er am Ziel eintrifft, kämpft er sich mit wachem Gehör und mit seinem Stock tastend bis zu seinem Stammplatz kurz vor einer Fußgängerbrücke vor. Dann öffnet der 30jährige seine Tasche und holt daraus eine Personenwaage hervor. Seine wirtschaftliche Existenz hängt daran: Fünf Rupien (umgerecht dreieinhalb Cent) bekommt ...
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