23.03.2013
Aus der Totenkammer
Der Erinnerungskünstler Christian Boltanski tut sich mit einer Ausstellung in Wolfsburg keinen Gefallen
Von Matthias Reichelt
Man könnte ihn als einen begreifen, der die Toten dem Vergessen entreißt, um sie in unserer Erinnerung zu plazieren. Christian Boltanskis Kunst speichert Geschichten, archiviert die Verschwundenen und Ausgelöschten, ist gleichzeitig modernes Memento mori. Es gibt Stilelemente, die man sofort mit Boltanski in Verbindung bringt; zu ganzen Wänden aufgestapelte, rostige Biskuitdosen mit unscharfen Porträts beispielsweise, jeweils von kleinen Lampen gelblich beleuchtet. ...
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