24.08.2012
Verwegen bis niedlich
Wie die Mode Frauen erst groß und dann zur Ware macht: Die Berliner Fotoausstellung »Zeitlos schön« zeigt Selbstbestimmtheit und Degradierung im Wandel der Jahrzehnte
Von Gisela Sonnenburg
Im Dezember 1923 war die Welt halbwegs Ordnung. Zumindest im Hinblick auf Mode und ihre gesellschaftliche Funktion: Miederlose Kleider ermöglichten freie Körperhaltungen, die Knöchel bildeten keine Blickgrenze mehr. Und der Bubikopf, jener Kurzhaarschnitt, der Frauen burschikos wie junge Männer wirken ließ, paßte vor allem in Deutschland zur Situation der Frauen: Diese hatten dank der Revolution 1919/1920 ihr Wahlrecht erkämpft. Es ging bergauf mit der Gleichstellun...
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