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10.11.2011
- → Ausland
Afghanistan: US-Killer im Blutrausch
Berlin. US-Sonderkommandos haben bei 1410 verdeckten Operationen allein zwischen dem 28. Januar und 29. April 2011 im Bereich des unter deutscher Führung stehenden Regionalkommandos Nord in Afghanistan 485 Verdächtige getötet. 2169 Personen seien gefangengenommen worden. 479 Operationen hätten dem Ziel »capture or kill« (gefangennehmen oder töten) gedient. Das geht aus einer Frage des Abgeordneten Hans-Christian Ströbele (Grüne) an die Bundesregierung hervor. Eine Untersuchung der Pressemitteilungen der internationalen Besatzungstruppe ISAF über einen Zeitraum von fast zwei Jahren besagt, daß im Durchschnitt nur zehn Prozent der »capture or kill«-Operationen in Afghanistan im Bereich des Regionalkommandos Nord stattfinden. In einer Mitte Oktober vorgelegten Studie kommen die Autoren zu dem Ergebnis, daß während des Untersuchungszeitraums jeden Tag 2,38 Personen bei »capture or kill«-Operationen getötet wurden. (dapd/jW)
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