24.09.2011
Die Bücherfritzen von der Seine
Sie gebieten über die größte Freiluftbuchhandlung der Welt. Seit 1891 bringen die Pariser »bouquinisten« ihre Schätze unters Volk. Zu ihren Kunden gehörte sogar der eine oder andere Präsident
Von Hansgeorg Hermann
Der Spaziergänger, den der Buchhändler Michel eines Morgens Ende der siebziger Jahre am nebligen Ufer der Seine kennenlernte, war klein und zierlich. Hinter der spitzen Nase und den schmalen Lippen entdeckte Michel in den Wochen, Monaten und Jahren danach, in denen er und der fortan treue Kunde sich regelmäßig begegneten, einen freundlichen, vor allem aber hochgebildeten Mann. Einen, der dem Regime von Vichy ebenso gedient hatte wie der Résistance, der als Sozialist...
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