21.05.2011
Gefangen in der Einöde
Seit drei Jahren protestieren Asylbewerber in Sachsen-Anhalt gegen unmenschliche Wohnbedingungen. Endlich scheint der zuständige Landkreis zu reagieren. Fotoreportage von Sascha Montag
Von Sara Mously
Vor der »Wende« war es eine Kaserne der Sowjetarmee.
Damals gab es hier Bars, Geschäfte, ein Kino. Heute pfeift
Wind durch die undichten Fenster. Bis auf einen maroden Plattenbau
stehen die Häuser leer, ihre Türen sind mit Brettern
vernagelt. Das Asylbewerberheim Möhlau liegt zwei Kilometer
hinter einem 2000-Seelen-Dorf in der Einöde, etwa acht
Kilometer entfernt von der Stadt Gräfenhainichen.
Die 200 Asylbewerber, die dort leben, dürfen weder arbeiten
noch in eine...
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