02.02.2011
Melancholie des Exhibitionismus
Intime Eskapaden: Der US-amerikanische Fotokünstler Mark Morrisroe in Winterthur
Von Sabine Matthes
Als junger Stricher bekam Mark Morrisroe (1959–1989) von
einem Freier eine Kugel in den Rücken geschossen. Sie blieb
dicht an der Wirbelsäule stecken, hätte ihn um ein Haar
an den Rollstuhl gefesselt und verursachte ein bleibendes Hinken.
Die morbide erotische Spannung einer solch prekären Balance
zwischen Hingabe und Verletzlichkeit scheint Morrisroes ganzes Werk
zu durchschimmern. In glamouröser Eleganz und billigem Fummel
changiert es zwischen exhibitionist...
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