16.12.2010
Geschichte auf Litauisch
Hintergrund. Mit einer Gleichsetzung von Naziverbrechen und »stalinistischen« Untaten gibt sich die baltische Republik nicht zufrieden: Sie hält den Holocaust für ein vergleichsweise unbedeutendes Ereignis
Von Frank Brendle
Eine im Kaftan steckende Gestalt mit krummer Nase und
hinterhältigem Grinsen lacht dem Genossen Stalin über die
Schulter, der gerade Seifenblasen produziert. Die um 1940
entstandene Karikatur soll die angeblich jüdisch inspirierte
Propaganda der Kommunisten denunzieren. Im »Museum der Opfer
des Genozids« in der litauischen Hauptstadt Vilnius
hängen noch weitere Zeugnisse antisemitischer Bildersprache.
Das Bemerkenswerte ist dabei: Sie hängen dort nicht etwa in
aufkl...
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