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Karadzic will Prozeß verschieben

Den Haag. Der frühere bosnische Serbenführer Radovan Karadzic hat Berufung gegen den Beginn seines Prozesses am 19. Oktober eingelegt. Bis dahin sei nicht genug Zeit zur Vorbereitung, begründete Karadzic sein Anliegen in am Montag in Den Haag veröffentlichten Dokumenten. Die »Fairneß« des Verfahrens sei dadurch gefährdet. Bereits vor der Festsetzung des Termins durch den Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien hatte der 64jährige zehn Monate Zeit zur Vorbereitung gefordert. Karadzic will sich selbst verteidigen. Die Anklageschrift umfaßt rund 938 000 Seiten. Karadzic muß sich wegen Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermordes während des Bosnien-Kriegs (1992–1995) vor dem UN-Tribunal verantworten.

(AFP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 29.09.2009, Seite 6, Ausland

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