12.08.2009
Münster-Tafel bestraft Widerspruch
Weil ein Hartz-IV-Empfänger junge Welt ein kritisches Interview gab, bekommt er keine Lebensmittel mehr. Sippenhaft: Seine Frau auch nicht
Von Gerrit Hoekman
Wer widerspricht, bekommt zur Strafe nichts zu essen. Daß
dieses Erziehungsmittel aus der pädagogischen Mottenkiste hier
und da noch Anwendung findet, erfährt gerade Moritz Seegers
aus Münster. Seitdem er nämlich der jungen Welt Mitte
Juni ein Interview gab, in dem er sich kritisch über die
Arbeit der Münster-Tafel geäußert hat, erhält
er dort keine Hilfe mehr. In vielen Städten sammeln die Tafeln
in Supermärkten, Bäckereien und auf dem Wochenmarkt
Lebensmittel, die...
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