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Konflikt mit Russland

Norwegen kündigt Beschlagnahmungen im Kriegsfall an

Foto: Ole Martin Wold/NTB/Reuters
Beim Krieg in der Ukraine mischt auch Norwegen mit: Kriegsgerät für Kiew in Orkanger (4.12.2024)

Oslo. In Norwegen müssen sich die Bürger im Kriegsfall auf die Beschlagnahme ihres Eigentums vorbereiten. Am Montag sollten Tausende Bürger in Briefen informiert werden, dass ihre Häuser, Autos, Boote und andere Gerätschaften im Falle eines Krieges beschlagnahmt werden könnte, wie das Militär des Landes mitteilte. Die solle »sicherstellen, dass die Streitkräfte im Kriegsfall Zugriff auf die für die Landesverteidigung notwendigen Ressourcen haben«.

Die Schreiben hätten in Friedenszeiten keine praktischen Auswirkungen, hieß es in der Armeemitteilung weiter. Eine Beschlagnahme gilt laut norwegischem Militär zunächst für ein Jahr.

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»Die Bedeutung der Krisen- und Kriegsvorsorge hat in den vergangen Jahren dramatisch zugenommen«, erklärte der Chef der Logistikorganisation der Armee, Anders Jernberg. Ihm zufolge befindet sich Norwegen »in der schwersten sicherheitspolitischen Krise seit dem Zweiten Weltkrieg«. Die Gesellschaft müsse daher »auf sicherheitspolitische Krisen und im schlimmsten Fall auf einen Krieg vorbereitet sein«. Neben der militärischen werde auch die zivile Bereitschaft verstärkt.

Norwegen ist Mitglied der NATO, gehört aber nicht der EU an. Im Norden hat das Land eine 198 Kilometer lange Landgrenze mit Russland. (AFP/jW)

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Erschienen am 20.01.2026, Ausland

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