Gegründet 1947 Dienstag, 22. Oktober 2019, Nr. 245
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  • Schlachtfeld der Zukunft

    Von der Leyen ließ den ersten Arbeiteraufstand der deutschen Geschichte niederschlagen
    Dietmar Koschmieder
    Für das »ganz besondere Unternehmen« Bundeswehr verlässt sich Ur
    Für das »ganz besondere Unternehmen« Bundeswehr verlässt sich Ursula von der Leyen (CDU) allzugern auf die Kompetenz professioneller »Optimierer«

    Da sitzt sie aber immer noch, und der Staat ist noch da, der so eine nicht ohne Grund auf diesen Posten gesetzt hat. Obwohl in der Dissertation der Kriegs- und Rüstungsministerin Ursula von der Leyen viele Plagiate zu finden sind und in 23 Fällen die angegebenen Quellen die zitierten Inhalte nicht belegen, darf die Dame ihren akademischen Grad und den Ministerposten behalten. Aber auch durch soziale Kompetenz zeichnet sich die Frau aus: Als Sozial- und Familienministerin der CDU-Landesregierung in Niedersachsen setzt sie – gegen massive Proteste – durch, dass ihr Bundesland das erste ist, welches das Blindengeld abschafft. Auch Rechte will sie demontieren und das Internet zensieren: Über das von ihr forcierte Zugangserschwerungsgesetz kann die Regierung festlegen, dass anstelle der vom Nutzer angesteuerten Internetseite ein Stoppschild gezeigt wird mit der Erklärung, warum der Zugang verweigert wird. Natürlich will die Ministerin nur ein Zeichen gegen Kinderpornografie setzen; weil damit aber auch ganz andere Eingriffe möglich sind, wird von der Leyen mit dem »Big Brother Award« ausgezeichnet. Das Gesetz passiert 2009 den Bundestag, tritt 2010 in Kraft, wird offiziell nie umgesetzt und 2013 wieder aufgehoben. Trotzdem kommt es bis heute vor, dass Bibliotheksnutzer, die auf dem Lesecomputer die junge Welt aufrufen, nur ein Stoppschild gezeigt bekommen mit dem Hinweis, die junge Welt werde im Verfassungsschutzbericht erwähnt. Seit 2013 ist von der Leyen Kriegs- und Rüstungsministerin, beschwert sich seither regelmäßig ob der schlechten Ausrüstung ihres Heeres, sorgt aber nicht nur für millionenschwere Ersatzinvestitionen, sondern auch für millionenschwere Neuerungen, etwa mit bewaffnungsfähigen Drohnen. Während die Naziwehrmacht deutsche Kapitalinteressen lediglich zu Lande, Wasser und Luft durchsetzte, will sie zusätzlich den Weltraum und das »Schlachtfeld der Zukunft« beackern: Sie erklärt das Internet zum potentiellen Kriegsgebiet, betreibt über das neugebildete »Kommando Cyber- und Informationsraum« digitale Hochrüstung. Und nicht nur dafür braucht sie weitere Millionen, auch für eine riesige Armee von Beratern. Zum zweiten Mal erhält Frau von der Leyen 2017 den »Big Brother Award«.

    Auch diese Geschichte belegt, mit welchen Mitteln und in wessen Interesse in diesem Land Politik gemacht wird. Durch parlamentarische Kräfte, die noch weiter rechts stehen, wird da nichts besser. Zunächst braucht es eine vom Kapital unabhängige, linke Tageszeitung, die darüber aufklärt. Aber selbst, wenn diese einmal über ausreichend Leserinnen und Leser verfügt, ändern sich die Verhältnisse nicht von alleine. Der Mann der Ministerin ist Nachfahre des Eigentümers einer Krefelder Textilfabrik. 1828 rebellierten Seidenweber gegen die gnadenlose Ausbeutung des Unternehmers von der Leyen, wurden aber militärisch niedergeschlagen. Karl Marx nannte diese Seidenweberproteste den ersten Arbeiteraufstand der deutschen Geschichte. Klar ist, dass auch diese Sache erst noch erfolgreich zu Ende gebracht werden muss.

  • Leistet Widerstand!

    Mit vielen kleinen Beiträgen große Wirkung erzielen
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    Vor zwei Wochen veröffentlichten wir an dieser Stelle einen Brief an unsere Leserinnen und Leser (www.jungewelt.de/jwstaerken), in dem wir beschreiben, weshalb sich jW nicht am Abwickeln des Formats gedruckte Tageszeitung beteiligt. Das setzt allerdings voraus, dass die dafür notwendige materielle Basis zu Verfügung steht. Und weil die bei uns weder von Parteien oder Kirchen noch vom großen Kapital kommt, ist die junge Welt darauf angewiesen, dass entgegen allen Branchentrends die Zahl der Abonnements und der verkauften Einzelexemplare weiter wächst. Bis zum Februar des kommenden Jahres wollen wir deshalb 1.300 Printabos und 600 Onlineabos gewinnen. Dieses notwendige Ziel werden wir allerdings nur erreichen, wenn sich viele Leserinnen und Leser an der Aktion »Dein Abo gegen Dummheit, Lüge und Hass« beteiligen.

    Die ersten Reaktionen ermutigen uns sehr: Unsere Leserin Brigitte J. beschreibt uns, wie sie ihre Physiotherapeutin von einem Abonnement überzeugen konnte – und dass diese mittlerweile selber für die Aktion ein Wochenendabo eingeworben hat. Renate B. bucht zu ihrem Onlineabo zusätzlich ein Printvollabo. Ludwig B. erhöht den Preis für sein Printabo, Sebastian R. steigt vom Normal- auf ein Solionlineabo um, Martin M. zahlt für sein Onlineabo künftig statt 11,60 Euro 20 Euro, Christian G. will allen in seinem Betrieb Beschäftigten ein Abo finanzieren, Herbert B., der bei uns ein Kioskabo bestellt hat (die Zeitung kann jeden Morgen beim Zeitungshändler eigener Wahl abgeholt werden), steigt auf die höhere Preisklasse um (weil ansonsten für unseren Verlag kaum etwas übrig bleibt), Susann W. hat ihrer Schwester ein Printabo geschenkt ...

    Für den Erfolg unserer Kampagne hilft jeder noch so kleine Beitrag – gebündelt kommt eine richtig große Sache heraus. Und die ist notwendig, weil aufgrund der Zeitungskrise und der Bereitschaft anderer Tageszeitungen, sich selbst abzuschaffen, die Kosten für Produktion (Druck, Papier) und Distribution (Transport und Zustellung) dramatisch steigen. Darauf wollen wir nicht wie andere mit überzogenen Preiserhöhungen reagieren – sondern mit der Steigerung der Zahl bezahlter Abonnements. Wir würden uns freuen, wenn Sie daran mitwirken. Helfen kann dabei Ihr ganz persönlicher Aktionsplan, der folgende Fragen beantworten sollte: Wie viele Print- oder Onlineabonnements will ich im Rahmen der Aktion bis Ende Februar werben (wir empfehlen bescheidene Ziele: ein bis drei Print- oder Onlineabos wären schon ein toller Beitrag)? Kann ich selber an meinem Abopreis etwas machen (Umsteigen auf höhere Preisklasse, zum Print- ein Onlineabo und umgekehrt buchen)? Will ich die Aktion mit einer Abospende unterstützen (damit wir zum Beispiel Gefangenenabos finanzieren können)? Kann ich bei einer Zeitungsverkaufsstelle in meinem Umfeld anregen, dass sie die jW ins Angebot aufnimmt? Gerne erfahren wir von Ihren Plänen, schreiben Sie uns! Sie können für so einen Plan auch gerne unser Unterstützerformular nutzen, das Sie auf unserem Aktionsblog (www.jungewelt.de/erklaerung) finden.

    Fein wäre es auch, wenn Sie uns über die Realisierung Ihrer Pläne berichten: Wie haben Sie neue Abonnenten gewinnen können? Wie lief das mit dem Kiosk um die Ecke? Welche eigenen Ideen haben Sie umgesetzt? Das sind wertvolle Anregungen für andere Leserinnen und Leser. Gerne können Sie solche Pläne auch mit mehreren Leserinnen und Lesern aus ihrer Region aufstellen und umsetzen – Infos darüber, wo es Leserinitiativen gibt, bekommen Sie an dieser Stelle und auf unserem Aktionsblog.

    Aktionsbüro

  • Neue jW-Aktionspakete!

    Aktionsbüro
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    Liebe Leserinnen und Leser,

    ab sofort können die neuen Aktionspakete zur aktuellen Aktion »Dein Abo gegen Dummheit, Lüge und Hass« bestellt werden. Die Plakate und Aufkleber sind eine gute Möglichkeit, um selbst aktiv zu werden, um Ihre Tageszeitung junge Welt bekannter zu machen. Das Material unterstützt die Bewerbung eines Abonnements der linken, unabhängigen Tageszeitung und kann an Infoständen sowie bei Aktionen verteilt werden.

    Bestellungen online hier, per E-Mail an aktionsbuero@jungewelt.de bestellen oder telefonisch unter 0049 30/5363 5510.

    Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

  • Was Maaßen sonst noch weiß

    Dietmar Koschmieder
    Maaßen

    Volksverarschung gibt es nicht erst seit der AfD

    Da sitzt er aber immer noch, und der Staat ist noch da, der so einen nicht ohne Grund auf diesen Platz gesetzt hat. Denn Hans-Georg Maaßen, auch heute noch Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, hat sich vielfach bewährt: Seit 1991 arbeitet der Jurist im Bundesinnenministerium, wird 2001 unter Schröder Referatsleiter für Ausländerrecht, sorgt 2002 dafür, dass der in Deutschland geborene Murat Kurnaz (der zu der Zeit seit Monaten unschuldig und ohne Prozess im US-Gefangenenlager Guantanamo festsitzt) nicht freigelassen wird.

    Maaßen befindet, dass das Aufenthaltsrecht des Guantanamo-Häftlings in Deutschland verfallen sei, weil der nun ja schon mehr als sechs Monate außer Landes sei und sich auch nicht bei den zuständigen Behörden gemeldet habe. Kurnaz kann erst 2006 das Foltergefängnis verlassen, weil ein Gericht anders befindet. Der Karriere von Maaßen schadet solcherlei Menschenverachtung keineswegs, im Gegenteil: Ab 2008 leitet er als Ministerialdirigent den Stab Terrorismusbekämpfung im Innenministerium, seit 2012 ist er Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, arbeitet intensiv mit US-amerikanischen Behörden wie der NSA zusammen, sorgt für den Einsatz der US-Spionagesoftware XKeyscore in Deutschland, baut eine Einheit zur Ausweitung der Internetüberwachung auf, wird dafür von Medien kritisiert, worauf er mit mehreren Strafanzeigen gegen Journalisten vorgeht.

    Den Whistleblower Edward Snowden bezeichnet er als Verräter, mit seinem Wissen wird im Umfeld von Anis Amri, dem mutmaßlichen späteren Attentäter vom Berliner Weihnachtsmarkt, ein V-Mann plaziert – Maaßen belügt in diesem Zusammenhang das Parlament. Dagegen wirken die zuletzt bekanntgewordenen Verfehlungen eher harmlos: Nach Kontakten zur AfD und seinem Versuch, die menschenfeindliche Hetze in Chemnitz zu bagatellisieren, soll der Mann demnächst seinen Präsidentenposten abgeben. Einen derart qualifizierten Beamten feuert man freilich nicht einfach, so einer wird nach oben oder zur Seite gelobt. Hinzu kommt: Wer weiß, was Maaßen sonst noch weiß!

    Der Fall Maaßen belegt eindrücklich, wie seit Jahren mit Dummheit, Lüge und Hass Politik gemacht wird, um Verhältnisse zu verschleiern – egal ob die Regierung sozialdemokratisch oder konservativ geführt wird. Das wird unter parlamentarischer Beteiligung von Kräften, die noch weiter rechts stehen, keineswegs besser werden. Eine vom Kapital unabhängige Tageszeitung, die darüber aufklärt, wer wie und in wessen Interesse handelt, wird deshalb dringend benötigt. Aber gerade so eine Tageszeitung braucht ausreichend Mittel, über die sie nur verfügen kann, wenn genügend Leserinnen und Leser bereit sind, ein Abonnement abzuschließen. Nur so kann sie ihre Arbeit fortsetzen.

  • Sieg der Vernünftigen

    Mit Aufklärung und Information Dummheit und Angst begegnen
    Dein Abo

    Es war mit Horst Seehofer immerhin nicht nur einer der Häuptlinge aus Bayern, sondern der Bundesinnenminister, der Anfang September »die Migration« zur »Mutter aller politischen Probleme« erklärt hat. Das war nur ein Beispiel dafür, wie die CSU versucht, am rechten Rand Wählerstimmen für die Landtagswahlen in Bayern zu sammeln. Was aber bewegt die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ), hinter der ja angeblich immer ein kluger Kopf steckt, drei Wochen später, diesen dummen Spruch als allgemeine Erkenntnis zu verkaufen? Kommentator Rainer Hermann wirbt in der FAZ vom 25.9.2018 dafür, mit dem türkischen Herrscher Recep Tayyip Erdogan recht sanft umzugehen – und hat dafür gewichtige Argumente: »Der Krieg in Syrien bedroht die Türkei – und über die Flüchtlinge auch Deutschland. Gerade weil die Migration inzwischen als ›Mutter aller Probleme‹ gilt, brauchen wir eine handlungsfähige Türkei als Partner.« Und wenn die Bundesregierung nicht hilft, ein Klima zu schaffen, das Unternehmen ermuntert, in der Türkei Erdogans tätig zu sein, könnte eine Wirtschaftskrise in der Türkei »eine weitere Wanderungsbewegung auslösen. Nähme jeder der 3,5 Millionen türkischstämmigen Bürger nur einen Verwandten auf, würde sich ihre Zahl auf sieben Millionen verdoppeln«. Wem soll da weshalb Angst gemacht werden?

    Probleme haben keine Mütter, aber Ursachen. Und die werden von jeder Zeitung je nach Standpunkt und Interesse beschrieben oder verschleiert. Eine Tageszeitung wie die junge Welt wird dringend benötigt, um genau dies zu beleuchten. Eine solche Zeitung hat es aber auch sehr schwer, sich durchzusetzen. »Es setzt sich nur soviel Wahrheit durch, wie wir durchsetzen; der Sieg der Vernunft kann nur der Sieg der Vernünftigen sein«, schreibt Bert Brecht im »Leben des Galilei«. Jedes Abo der jungen Welt ist ein konkreter Beitrag für den Sieg der Vernunft.

    Ein konkreter Beitrag, falls Sie noch kein Abonnement haben:

    Viele Leserinnen und Leser nutzen die junge Welt, indem sie über Facebook beobachten, was wir publizieren. 68.000 von ihnen haben den Auftritt der jungen Welt dort kostenfrei abonniert. Unsere Onlineseite wird täglich über 20.000mal besucht. Viele lesen die gedruckte Ausgabe der jungen Welt in Bibliotheken, oder ein Nachbar stellt die Printausgabe (nach eigenem Studium) zur Verfügung. Wir rufen alle Nutzer der jungen Welt, die noch kein Abo haben, auf: bitte abonnieren! Nur dann können wir auch weiterhin unabhängig vom Kapital und damit gegen die Interessen des Kapitals arbeiten. Hier geht es zum Aboformluar.

    Drei Möglichkeiten, wenn Sie bereits ein Abonnement haben:

    – Steigen Sie (entsprechend Ihrer ökonomischen Möglichkeiten) auf eine höhere Preisklasse um (wir haben drei Abo­varianten: Sozialabo für jene, die über ein geringes Einkommen verfügen, Normalabo und Soliabo für alle anderen, wobei über das Soliabo die Sozialabos mitfinanziert werden).

    – Steigen Sie vom Wochenend- auf ein Vollabo um.

    – Kombinieren Sie je nach Bedarf und Möglichkeit Print- und Onlineausgabe. Wir empfehlen ein Printvollabo in Kombination mit dem Onlineabo, denkbar wäre zum Beispiel aber auch, zum Wochenendabo ein Onlineabo hinzuzubuchen.

    Drei Vorschläge, wenn Sie sich stärker an unserer Aktion beteiligen wollen:

    – Abonnement werben. Helfen Sie uns dabei, neue Leserinnen und Leser für die junge Welt zu gewinnen. Sprechen Sie Freunde, Nachbarn, Kollegen an, stellen Sie die junge Welt vor. Verschenken Sie das dreiwöchige kostenlose Probeabo (das ist weder für Sie noch den Beschenkten mit Kosten verbunden). Das Probeabo endet automatisch, muss also nicht abbestellt werden – wunderbar wäre es allerdings, wenn Sie dann mit dem Probeleser ein Auswertungsgespräch vereinbaren. Hat die Zeitung gefallen? Wie hat die Zustellung geklappt? Kommt ein Folgeabo in Frage?

    – Kioskverkauf stärken. Bitte helfen Sie mit, dass auch in Ihrer Wohn- oder Arbeitsumgebung die junge Welt am Kiosk erhältlich ist. Prüfen Sie, wo sich wichtige Verkaufsstellen befinden. Reden Sie mit dem Kioskbetreiber über die Aufnahme der jungen Welt in das Angebot. Helfen Sie in den ersten Wochen mit, den Verkauf anzukurbeln: Machen Sie Werbung für die Verkaufsstelle, reden Sie mit Freunden und Bekannten, stellen Sie dem Kioskbetreiber Werbemittel zur Verfügung (welche Sie von uns kostenlos erhalten).

    – Leserinitiative. Es gibt bereits eine Reihe von regionalen jW-Leserinitiativen. Ihre Aufgabe ist es, die junge Welt in der Region bekannter zu machen und Abonnements einzuwerben. Sie können selbst eine solche Initiative gründen oder sich einer bestehenden anschließen. Wie sich Leserinitiativen praktisch an unserer Aktion beteiligen, können Sie dem Plan unserer Freunde in Chemnitz entnehmen.

    Wir bitten heute alle Leserinnen und Leser, aber auch unsere Leserinitiativen, einen sehr konkreten Plan mit erreichbaren Zielen aufzustellen. Am Ende kommt es darauf an, dass sich möglichst viele Leserinnen und Leser mit vielen kleinen Zielen beteiligen. Nur so können wir bis Ende Februar des kommenden Jahres 1.300 zusätzliche Print- und 600 Onlineabonnements gewinnen. Ein großartiger Beitrag gegen Lüge, Dummheit und Hass.

    Aktionsbüro

    Wenden Sie sich bei allen Fragen rund um Ihr Abonnement an unseren Aboservice (abo@jungewelt.de, 0 30/53 63 55-82). Für alle weitergehenden Fragen steht Ihnen unser Aktionsbüro (aktionsbuero@jungewelt.de, 0 30/53 63 55-50) zur Verfügung.

    Dein Abo gegen Dummheit, Lüge und Hass: Jetzt bestellen!

  • Unsere Zeit braucht Standpunkte gegen Dummheit, Lügen, Hass, und sie braucht Menschen, die diese Standpunkte leben. Für uns als Leserinitiative Chemnitz/Erzgebirge heißt das konkret:

    – Gewinnung neuer Mitstreiter,

    – Weiterführung und Verstärkung der öffentlichen Präsenz einschl. Durchführung von Verteilaktionen,

    – Verstärkte Kontakte und gemeinsame Veranstaltungen zu/mit politisch linksorientierten Gruppen,

    – Finanzierung eines jW-Abos über sechs Monate für ein antifaschistisches Jugendzentrum aus Mitteln der Leserinitiative,

    – Personelle Unterstützung der Rosa-Luxemburg-Konferenz,

    – Einwerbung von Spenden.

    Bei unserer Zusammenkunft am 16.10.2018, 17.00 Uhr in den Räumen der Bürgerinitiative Chemnitzer City, Rosenhof 18 werden wir beraten, wie wir diese Ziele umsetzen und damit die jW durch die Gewinnung von mindestens sechs Abonnenten ökonomisch stärken können. Alle Leser der jW sind herzlich eingeladen, sich über uns und unsere Aktivitäten zu informieren und an ihnen teilzuhaben.

    Wir rufen die anderen Leserinitiativen sowie weiterhin die Genossenschaftsmitglieder in unserer Region auf: Schließen wir uns enger zusammen, bilden wir ein Netzwerk zum Zwecke der gegenseitigen Anregung und des Austauschs von guten Ideen und Erfahrungen sowie zur gegenseitigen Hilfe und Unterstützung.

    Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren.

    Leserinitiative Chemnitz/Erzgebirge, Kontakt: jw44.44.@web.de

  • Zur Zukunft der jungen Welt

    Verlag, Redaktion und Genossenschaft

    Liebe Leserinnen und Leser der Tageszeitung junge Welt,

    Paragraph fünf, Absatz eins des Grundgesetzes legt fest: »Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.« Dieser hohe Anspruch stimmt mit der Wirklichkeit nicht überein, wie der Gründungsherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Paul Sethe, schon 1965 feststellte: »Pressefreiheit ist die Freiheit von 200 reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten«.

    Anspruch und Realität

    Immerhin waren einige darunter, die im Herstellen von Presseprodukten nicht nur eine Option sahen, Kapital rentabel zu verwerten: Verleger, die sich auch der Aufklärung, der Bildung und dem Fortschritt verpflichtet sahen. Mittlerweile ist die Zahl der gedruckten Presseerzeugnisse, vor allem aber die Zahl ihrer Eigentümer weiter stark gesunken. Und der einst hehre Anspruch, wichtiger Bestandteil einer bürgerlichen Demokratie zu sein, wird immer mehr durch reine Profitlogik verdrängt. Aufgrund von Auflagen- und Anzeigenrückgängen, gestiegener Preise für das Herstellen und Vertreiben des Produktes und sinkenden Einnahmen scheint das Herausgeben einer gedruckten Tageszeitung auf Dauer nicht mehr rentabel. Das tägliche Anbieten eines solchen Printproduktes stellt einen wichtigen Bestandteil der bürgerlichen Demokratie dar. Weil es zum einen Voraussetzung dafür ist, »sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten«, zum anderen über das systematische Aufnehmen und Verarbeiten von Inhalten das Denken schult. All das spielt in der aktuellen Diskussion zur Zukunft der Tageszeitungen so gut wie keine Rolle.

    Freier Zugang?

    Zwar können Texte auch über das Internet verbreitet werden – aber ihre Zugänglichkeit und ihre freie, ungehinderte Nutzung kann schon heute erheblich eingeschränkt werden, ohne dass es den Betroffenen überhaupt auffällt. Um sich umfassend informieren zu können, braucht es weiterhin gedruckte Zeitungen – und eine adäquate Infrastruktur, wie es mit dem deutschen Grossosystem entwickelt wurde: So haben auch kleinere Verlage zumindest eine Chance, an Zeitungsverkaufsstellen präsentiert und damit allgemein zugänglich zu sein. Gedruckter Tageszeitung und Grossosystem werden in der öffentlichen Diskussion wegen der schlechten Rahmenbedingungen jedoch keine Zukunft eingeräumt. Aber anstatt diese zu verändern, demontiert sich eine ganze Branche lieber Schritt für Schritt selbst. Obwohl aufklärerische Zeitungen in Zeiten des rechten Vormarsches wichtiger denn je wären.

    Rückzug nutzt Rechten

    Denn von diesem Rückzug profitieren rechte und faschistische Kräfte. Mit ihren Lügen, ihrer Demagogie fördern sie Hass, Angst und Dummheit – ohne dass sie von einer wachsamen demokratischen Medienöffentlichkeit wirksam demaskiert werden. Offensichtlich ist das von den Herrschenden so gewollt, denn nur so können sie auch künftig weitgehend ungestört den Abbau demokratischer und sozialer Rechte, den Aufbau eines gigantischen Militärapparates, der nach innen wie außen wirksam sein soll, vorantreiben. Nur so kann eine Stimmung im Lande geschaffen werden, in der auch ganz offiziell Kriege wieder vorbereitet und durchgeführt werden können.

    Statt dieser Entwicklung etwas entgegenzuhalten, setzen die großen Medienkonzerne ihre Ausstiegsszenarien um. Redaktionen werden zusammengelegt, geschlossen oder verkauft, coole Online-Fastfoodprodukte entwickelt, Geschäftsfelder verlegt. Selbst als links geltende Medienhäuser sind damit beschäftigt, ihre Tageszeitungen abzuschaffen. Die Tageszeitung (Taz), einst Inbegriff des alternativen Journalismus, kommt nicht auf die Idee, dass der Verfall ihrer verkauften Druckauflage weniger dem »allgemeinen Trend« zuzuschreiben ist als vor allem dem Umstand, dass sie sich selbst überflüssig macht: Zuerst über die Inhalte (Zeitungen, die mit dem deutschen Militär kooperieren, gibt es bereits genug), dann über das Format.

    Dick und gemütlich?

    Der Ausstieg der Taz begann vor etwas mehr als drei Jahren, als sie ihre Wochenendausgabe aufblies und darin die Zukunft der Zeitung sah (»Taz wird dick und gemütlich« hieß der dazugehörige Werbespruch). Die nächste Stufe der Demontage folgte in diesem Sommer, als Taz-Geschäftsführer Karl-Heinz Ruch froh verkündete, dass in vier Jahren die Taz nur noch am Wochenende als Printausgabe erscheinen wird – und dies als progressive Entwicklung verkaufte. Auch das Neue Deutschland (ND) hat sich mittlerweile von der gedruckten Tageszeitung verabschiedet und bastelt an diversen digitalen Formaten herum. Ihr nächster Schritt in die Zukunft ist das Aufblasen der Wochenendpublikation bei gleichzeitigem Ausdünnen der anderen Tagesausgaben. Mit diesem Schritt hinkt das ND der Taz zwar mehr als drei Jahre hinterher – dafür wird das ND keine weiteren vier Jahre brauchen, um sich selbst als Tageszeitung abzuschaffen. Als ob es linksliberale Wochenzeitungen nicht schon zur Genüge gäbe. Aber weder politischen Kräften wie Gewerkschaften noch Medienhäusern ist es wichtig, sich für den Erhalt von gedruckten Tageszeitungen, Pressevielfalt und Pressefreiheit in Deutschland einzusetzen.

    Kampf geht weiter

    Ausgerechnet die Tageszeitung junge Welt – von den Verfassungsschutzbehörden als linksextrem gebrandmarkt – ruft nun ihre Leserinnen und Leser dazu auf, gemeinsam mit ihr einen Gegenpunkt zu setzen. Eine Tageszeitung wie die junge Welt wird dringend benötigt. Und zwar täglich, digital wie gedruckt und verteilbar. Wir wollen beweisen: Wenn der Gebrauchswert einer gedruckten Zeitung groß genug ist, kann man – entgegen allen Trends – die Auflage auch steigern. »Das gedruckte Wort … hat eine Kraft, der keine Mauern gewachsen sind, irgendwo ist immer ein Riss, den sie zu durchdringen vermag«, schreibt Peter Weiss in seinem Roman »Die Ästhetik des Widerstands«. Bis Ende Februar sollen 1.300 Printabonnements und 600 Onlineabos die junge Welt stärken – im Kampf gegen Dummheit, Lüge und Hass, aber auch im Kampf für den Erhalt einer gedruckten, linken Tageszeitung.

    Dietmar Koschmieder (Geschäftsführer Verlag 8. Mai)
    Stefan Huth (Chefredakteur junge Welt)
    Simon Zeise (Vorstandsvorsitzender LPG junge Welt eG)

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