Castorproteste 2010

Castorproteste 2010

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    Castorzug umgeleitet und in Kehl eingetroffen

    Kehl. Der Castor-Transport mit Atommüll ist heute am frühen Nachmittag umgeleitet worden und hat
    kurz vor 14.00 Uhr die französisch-deutsche Grenze bei Kehl überquert. Im dortigen Bahnhof, dessen Umgebung weiträumig von der Polizei überwacht wurde, stoppte der Sonderzug, um die Lokomotive zu wechseln und das französische gegen das deutsche Begleitpersonal auszutauschen.

    Ursprünglich hatte der Zug bei Berg in Rheinland-Pfalz die deutsch-französische Grenze überqueren sollen. Dort hatten jedoch zahlreiche Demonstranten die Gleise besetzt gehalten. Es ist nach Angaben von Bürgerinitiativen das erste Mal in der Geschichte der Castor-Transporte, daß aufgrund von Protesten die Fahrstrecke geändert werden mußte.
    (dapd/jW)

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    Südwesten: 1 276 Menschen auf Castor-Gleis

    Berg. Zahlreiche Kernkraftgegner haben bis zum frühen Nachmittag im rheinland-pfälzischen Berg die Polizeiabsperrungen überwunden und sich zu den dort schon ausharrenden Demonstranten auf die Bahngleise gesetzt. Nach Zählung der südwestdeutschen Anti-Atom-Initiativen waren es genau 1 276 Menschen. Den Angaben zufolge hat die Polizei die Demonstranten mehrfach aufgefordert, die Gleise zu verlassen, sie treffe Vorbereitungen für eine gewaltsame Räumung.

    Möglicherweise werde der aus Frankreich kommende Castorzug aber über die Bahnstrecke Kehl-Karlsruhe umgeleitet, hieß es. Darauf weise hin, daß die polizeiliche Überwachung der Umgebung des Kehler Bahnhofs in den vergangenen Stunden deutlich verstärkt worden sei. »Damit könnte der Castorzug zum ersten Mal in der Geschichte der Atommülltransporte aufgrund einer Protestaktion seine Fahrtroute ändern müssen. Wir sehen dies als großen Erfolg unserer Proteste«, sagte ein Initiativen-Sprecher.
    (jW)

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    Kundgebung im Wendland hat begonnen

    Splietau. Mit schätzungsweise 40 000 Teilnehmer hat soeben in Splietau (Wendland) die zentrale Kundgebung gegen die Castortransporte begonnen. Zahlreiche Teilnehmer waren unterdessen noch auf dem Weg zum Kundgebungsplatz.

    »Es sind 400 Busse mit Atomkraftgegnern unterwegs«, sagte der Sprecher der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg, Wolfgang Ehmke. »Wir erwarten die größte Protestkundgebung in der Geschichte des Gorleben-Widerstandes«.

    Als Redner waren unter anderem der Landrat des Kreise Lüchow-Dannenberg Jürgen Schulz (parteilos) und der Präsident von Greenpeace International, der Südafrikaner Kumi Naidoo (s. Interview im jW-Blog), eingeplant.
    (jW)

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    Steht die Räumung der Gleise bei Berg bevor?

    Lauterbourg/Berg. Die Räumung der von mehreren hundert Atomkraftgegnern besetzten Bahngleise in Berg (Rheinland-Pfalz) steht möglicherweise bevor: Gegen 12.30 Uhr hat die Polizei die bis dahin friedlich verlaufene Demonstration für aufgelöst erklärt.

    Auf französischer Seite in Hausbergen kurz vor Lauterbourg hatte die französische Polizei zuvor 16 Greenpeace-Aktivisten in Gewahrsam genommen. 14 von ihnen hatten sich auf die Schienen gelegt, zwei hatten sich mit Röhren an den Schienen festgemacht, wie Greenpeace bestätigte. Der Zug sei gegen 12.15 Uhr zum Stehen gekommen, die Röhren seien mit einem Metallschneider durchtrennt worden.

    In der Ortschaft Metzingen im Kreis Lüchow-Dannenberg war die Polizei gestern abend erneut gegen Atomkraftgegner vorgegangen. Rund 150 Demonstranten hätten während eines Laternenumzugs die Bundesstraße 216 blockiert, sagte ein Polizeisprecher.Sie seien daraufhin zur Seite gedrängt worden. Dem Sprecher zufolge warfen im Anschluß an die Räumung rund 20 teilweise vermummte Personen Feuerwerkskörper.
    (dapd/jW)

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    Castor-Zug wird möglicherweise umgeleitet

    Straßbourg. Der Zug mit den Castor-Behältern könnte wegen der massiven Gleisblockade kurz hinter der deutsch-französischen Grenze beim rheinland-pfälzischen Berg möglicherweise umgeleitet werden. »Das ist nicht auszuschließen«, sagte ein Polizeisprecher heute Mittag der Nachrichtenagentur AFP. Über eine Räumung der Gleise bei Berg, wo etwa 1 000 Kernkraftgegner das Bahngleis blockieren, sei noch nicht entschieden worden. Der Zug, der zunächst weiterhin auf französischer Seite der Grenze nahe Straßburg in der Ortschaft Hausbergen stand, könnte statt wie geplant bei Lauterbourg und Berg auch über die Rheinbrücke zwischen Straßbourg und Kehl nach Deutschland fahren.
    (AFP/jW)

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    600 Trecker unterwegs zur Kundgebung

    Dannenberg. Mit prominenter Unterstützung bewegt sich zur Zeit ein Protestzug aus hunderten Treckern zur Großkundgebung gegen die Castor-Transporte im niedersächsischen Dannenberg. An dem in Klein-Gusborn gestarteten Demonstrationszug beteiligten sich rund 600 Trecker, sagte der Sprecher der Bäuerlichen Notgemeinschaft, Carsten Niemann. Die Bauern aus der Region würden von Landwirten aus anderen Teilen Niedersachsens sowie aus Schleswig-Holstein unterstützt. An dem Protestzug der Bäuerlichen Notgemeinschaft beteiligten sich zudem Prominente aus Politik und Kultur: u. a. die Moderatorin und Autorin Charlotte Roche, Bela B von der Punkgruppe »Die Ärzte«, Grünen-Chefin Claudia Roth und der Fraktionschef der Linken im Bundestag, Gregor Gysi.
    (AFP/jW)

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    Im Südwesten: 650 Demonstranten auf den Gleisen

    Berg. Etwa 650 Atomkraftgegner haben die Polizeiblockade überwunden und sind auf die Gleise der Bahnstrecke zwischen Lauterbourg und dem rheinland-pfälzischen Berg gelangt. Nach wie vor begeben sich weitere Demonstranten auf die Gleise zwischen dem Bahnhof in Berg und dem Bootshaus. Nach neuesten Schätzungen wird erwartet, daß der aus Frankreich kommende Atomzug gegen 12.30 Uhr die deutsche Grenze passieren wird.
    (jW)

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    Atomkraftgegner sitzen am Bahnhof fest

    André Lenthe
    Mehrere Tausend Atomkraftgegner, die an der Großdemonstration gegen den Castor-Transport in Splietau bei Dannenberg teilnehmen wollen, sitzen zur Zeit am Bahnhof in Lüneburg fest. Grund ist der schlecht organisierte Schienenersatzverkehr: Nur zwei Busse stehen zur Verfügung, während die Schiene für den Atommülltransport gesperrt ist. Während die Polizei das Entfernen von Schottersteinen aus dem Gleisbett als Sabotage bezeichnet, fühlen sich die Umweltschützer bei der Ausübung ihres Demonstrationsrechts sabotiert.

    Obwohl absehbar ist, daß nicht alle pünktlich um 13 Uhr ankommen werden, rechnen die Veranstalter inzwischen mit bis zu 40 000 Teilnehmern. Über 400 Reisebusse aus dem gesamten Bundesgebiet sowie dem europäischen Ausland sind demnach unterwegs nach Dannenberg.

    Der Sonderzug mit den Castorbehältern befand sich nach jW-Informationen um 11:30 Uhr kurz vor Strasbourg. Süddeutsche Atomkraftgegner hoffen unterdessen, den Transport noch einmal aufhalten zu können.

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    Gysi will kein Atomklo

    Gusborn. Linken-Fraktionschef Gregor Gysi hat die Atompolitik der Bundesregierung erneut scharf kritisiert. Es sei unverantwortlich, eine nicht beherrschbare Technik weiter auszubauen, sagte er am Samstagmorgen am Rande einer Mahnwache von Landwirten in Gusborn bei Lüchow-Dannenberg der Nachrichtenagentur dapd. Er halte es zudem für »unverschämt, Niedersachsen zum Atomklo der Bundesrepublik zu machen«.

    Gysi, der gelernter Rinderzüchter ist, wollte am späten Vormittag am Steuer eines Traktors zur Kundgebung der Castorgegner in Dannenberg fahren. Er habe das Treckerfahren schon als 16jähriger gelernt, sagte er.
    (dapd/jW)

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    Protest an der Grenze zu Frankreich

    Berg/Pfalz. Hunderte Atomkraftgegner aus Südwestdeutschland haben heute früh an der deutsch-französischen Grenze gegen den Castor-Transport von der Wiederaufarbeitungsanlage La Hague ins niedersächsische Atommülllager Gorleben demonstriert. Sie sammelten sich zu einer Demonstration unter dem Motto »Endlich abschalten!« in Berg/Pfalz nahe dem Grenzübergang Lauterbourg, wo der Transport am Mittag erwartet wurde. Nach Angaben der Veranstalter kamen rund 500 Castor-Gegner nach Berg/Pfalz, die Polizei sprach von 300 bis 400 Teilnehmern.

    Die Demonstranten wollten nach einer Auftaktkundgebung zum Bootshaus in der Nähe der Gleise ziehen. Man bleibe außerhalb des Korridors von 50 Metern beiderseits der Gleise, wo ein Versammlungsverbot gilt, sagte die Organisatorin der Demonstration, Brigitte Henkel. Sie beklagte, daß Demonstranten auf dem Weg zur Kundgebung von der Polizei aufgehalten würden, weil sie angeblich »auffällig« seien.
    (dapd/jW)

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    Castor-Zug am frühen Nachmittag in der BRD

    Caen/Osnabrück. Der Castor-Transport mit hoch radioaktivem Atommüll hat in der Nacht zum Samstag seine Fahrt in Richtung deutscher Grenze fortgesetzt. Nach einer dreistündigen Blockade durch Atomkraftgegner bei Caen im Norden Frankreichs änderte der Zug mit elf Atommüll-Behältern seine Route, wie das französische Netzwerk für Atomausstieg Sortir du Nucléaire mitteilte. Damit sei ein Teil der Verspätung wieder eingeholt worden. Vor allem habe der französische Atomkonzern Areva, der die Wiederaufarbeitungsanlage in La Hague betreibt, etwaige andere Aktionen verhindern wollen.

    Den Angaben der Atomkraftgegner zufolge rollte der Castor am frühen Samstag morgen weiter in Richtung Osten. Gegen 07.30 Uhr verließ er, begleitet von einem Hubschrauber, die lothringische Ortschaft Bar-le-Duc. Wo der Zug die Grenze passieren sollten, war am Morgen noch unklar. Nach Informationen von Sortir du Nucléaire ist es wahrscheinlich, daß der Transport wie in den Vorjahren bei Lauterbourg im Nordelsaß über die Grenze fährt. Dort dürfte er am frühen Nachmittag eintreffen.

    Auf der deutschen Seite der Grenze wurde die Zugstrecke weiträumig mit Stacheldraht gesichert, wie ein Sprecher der Gruppe »Castor-Südblockade« mitteilte. In dem rheinland-pfälzischen Dörfchen Berg, das knapp drei Kilometer von Lauterbourg entfernt ist, ist am Samstagvormittag eine Kundgebung geplant. »Castor-Südblockade« rief außerdem zu Blockaden auf. Angesichts der starken Polizeipräsenz und der Absperrungen werde es schwierig werden, bis an die Gleise zu kommen, sagte ein Sprecher der Gruppe.

    Der Castor mit hoch radioaktivem Atommüll war am Freitag vom Verladebahnhof Valognes in Nordfrankreich zum deutschen Zwischenlager Gorleben gestartet, wo er am Sonntag erwartet wird. Er transportiert Atommüll, der in der Wiederaufarbeitungsanlage La Hague aufbereitet wurde. Der Zug sollte nach ursprünglicher Planung am Samstagmittag die deutsche Grenze erreichen und dann nach Norden in Richtung Gorleben rollen.

    Der niedersächsische Verfassungsschutz versuchte unterdessen,verbal die Lage zu eskalieren. »Wir gehen davon aus, daß einige hundert gewaltbereite Autonome die Castor-Proteste für ihre Zwecke mißbrauchen wollen», sagte Verfassungsschutzpräsident Hans-Werner Wargel der »Neuen Osnabrücker Zeitung« vom Samstag. Erwartet würden etwa doppelt so viele »Linksradikale« wie beim Transport 2008. Dieser harte Kern der Linksextremisten sei aber nur eines der Probleme. »Hinzu kommen weitere, zum Teil linksextremistische Gruppen, die offensichtlich eine hohe Bereitschaft zu Straftaten haben«, erklärte Wargel. Dies bedeute für die Sicherheitskräfte »eine deutlich brisantere
    Mischung als bei vergangenen Transporten«.
    (AFP/jW)

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    Guter Start für den Widerstand

    André Lenthe

    Trotz teils heftiger Regenschauer haben gestern (Freitag) Abend im Wendland bereits mehrere hundert Menschen auf verschiedenen Kundgebungen gegen die erwartete Ankunft der elf Castorbehälter aus dem französischen Valognes demonstriert. Die Atomkraftgegner reagierten begeistert, als sie erfuhren, daß der Atomzug kurz nach der Abfahrt bei der französischen Stadt Caen von Demonstranten für drei Stunden aufgehalten worden war.


    Am traditionellen »Abgrillen« der bäuerlichen Notgemeinschaft vor der Gefangenensammelstelle in Neu Tramm nahmen mehr als 300 Aktivisten teil, von denen einige mit ihren Treckern vorgefahren waren. Auf einer Mahnwache vor dem Rathaus in Lüchow demonstrierten etwa 500 Wendländer mit Kerzen, Laternen und Gesang gegen den Atomtransport und die Verlängerung der Laufzeiten von Kernkraftwerken. Ein weiterer Höhepunkt des gestrigen Protestes war ein Laternenumzug in Metzingen bei Dannenberg, an dem auch viele Familien mit ihren Kindern teilnahmen.
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    Das war´s für heute ...

    unser "Lagezentrum" schließt für heute, für die Nacht ist nichts Gravierendes zu erwarten.

    Im Notfall sind wir unter dieser Nummer zu erreichen: 01 76 - 24 84 83 02, eine halbe Stunde später kann die jW wieder online sein. (Aber bitte nur im Notfall ...)

    Gute Nacht!

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    Mit Bela und Naidoo gegen Atomkraft

    jW

    Zehntausende Atomkraftgegner werden am Samstag um 13 Uhr bei der Großdemonstration gegen den Castor-Transport in Dannenberg erwartet. Nach Auskunft der Veranstalter sind mindestens 312 Reisebusse gebucht. Neben Spitzenpolitikern der Linkspartei und der Grünen haben sich prominente Künstler wie Punk-Musiker Bela B. von den »Ärzten« in Dannenberg angekündigt. Auch der Geschäftsführer von Greenpeace International, Kumi Naidoo, ist mit von der Partie.

    Mehr als 70 namhafte Künstler und Künstlerinnen haben in einem Appell die Bevölkerung aufgerufen, sich an den Protestaktionen rund um den Castortransport nach Gorleben zu beteiligen. Darunter auch die Autorin und Fernsehmoderatorin Charlotte Roche.

    Am Vorabend der Hauptdemonstration fanden im Wendland die traditionellen Laternenumzüge der Atomkraftgegner statt. In der Nähe des Protestcamps Metzingen drängte die Polizei Demonstranten von der Straße. Die B 216 vor Metzingen sei geräumt wordem, damit der Verkehr wieder fließen könne, so die Begründung eines Polizeisprechers.

    An einer Protestkundgebung in Lüneburg nahmen laut Organisatoren rund 2500 Menschen teil.

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    Castor-Zug rollt weiter

    Valognes. Der Zug mit den Castor-Behältern voller radioaktivem Atommüll ist wieder unterwegs: Er wurde am frühen Nachmittag zwar für einige Stunden in der Nähe der französischen Stadt Caen von Kernkraftgegnern aufgehalten, konnte dann jedoch nach Deutschland weiterrollen. Er soll am Montag im niedersächsischen Gorleben eintreffen – falls die Demonstranten es so zulassen.

    Fünf Aktivisten der französischen Anti-Atom-Organisation GANVA hatten sich bei Caen an die Gleise gekettet, woraufhin der Zug erst einmal angehalten wurde. Die Polizei durchtrennte die Rohre, mit denen die Kernkraftgegner die Ketten geschützt hatten, so daß der Zug gegen 19.00 Uhr weiterfahren konnte. Die Polizei soll dabei so brutal vorgegangen sein, daß einer der Aktivsten in die Chirurgie eingeliefert werden mußte.

    Am Bahnhof von Caen wurden einige Hundert Demonstranten von Polizisten zurückgehalten, nachdem sie versucht hatten, sich den Blockierern anzuschließen. Der Ort der Blockade selbst wurde von der Polizei abgeriegelt und – um Medien von der Berichterstattung abzuhalten - mit einem Sichtschutz versehen.

    Der Sonderzug mit 123 Tonnen hochradioaktivem Atommüll hatte kurz vorher den französischen Bahnhof Valognes verlassen. In der Stadt rollten Dutzende Aktivisten der Umweltorganisation Greenpeace Protestbanner gegen Atomenergie aus. Es wurde erwartet, dass sich Tausende Mitglieder der Umweltorganisation entlang der Strecke des Castor-Zugs aufstellen würden.

    In Valognes wurden am Freitag mehrere Polizisten mobilisiert, ein Hubschrauber der Polizei wachte über die Zugstrecke.


    (dapd/jW)

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    Abendliche Mahnwache in Lüchow

    Lüchow. Rund 400 Menschen haben sich am Freitagabend in Lüchow (Landkreis Lüchow-Dannenberg) an einer Mahnwache gegen den angelaufenen Castor-Transport beteiligt. Viele Demonstranten kamen mit Kerzen und Laternen zu der Veranstaltung auf dem Marktplatz der Kreisstadt.

    Die 86jährige Ehrenvorsitzende der örtlichen Bürgerinitiative Umweltschutz, Marianne Fritzen, warnte vor der Einlagerung von Atommüll in den Salzstock von Gorleben. Der evangelische Lüchower Probst, Stefan Wichert von Holten, rief die Atomkraftgegner zu gewaltfreien Protesten gegen den Castor-Transport auf.

    (dpad/jW)

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    Atomkraftgegner blockieren Castor-Transport in Nordfrankreich

    Berlin/Frankfurt. Kurz vor der französischen Stadt Caen haben zwölf Atomkraftgegner den Castor-Zug blockiert. Sie ketteten sich an die Gleise, der Zug kam daraufhin zum Stillstand. Das teilte Greenpeace-Sprecher Jan Haase am Freitagnachmittag der Nachrichtenagentur dapd mit. Der Sonderzug mit 123 Tonnen hochradioaktivem Atommüll hatte kurz vorher den französischen Bahnhof Valognes verlassen.
    (dapd/jW)

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    Schüler-Demo: »absolut ruhig«

    Lüneburg. Mit der traditionellen Schülerdemonstration in Lüchow hat am Freitag im Wendland der Protest gegen den zwölften Castor-Transport mit hoch radioaktivem Atommüll ins Gorlebener Zwischenlager begonnen. Rund 600 bis 800 Kinder und Jugendliche beteiligten sich nach Angaben der Polizei in Lüneburg an der friedlichen Kundgebung. Die Gesamtsituation im Landkreis Lüchow-Dannenberg bezeichnete ein Polizeisprecher als «absolut ruhig».

    Nur wenige Stunden vor dem Start des Transports in der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague warnte ein Sprecher der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg, die Neutronenbelastung der elf Behälter liege deutlich höher als in der Vergangenheit: »Es ist gefährlich, sich im Nahbereich aufzuhalten.« Lege man die Strahlenschutzverordnung zugrunde, sei bereits nach 4,3 Stunden der Grenzwert erreicht: »Grenzwerte schützen nicht vor Strahlung und Krebserkrankung«, erklärte der Sprecher. (AFP/jW)

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    SPD-Länder scheitern im Bundesrat

    Berlin. Die SPD-geführten Bundesländer sind mit ihrem Vorhaben gescheitert, über den Bundesrat  gegen die von Schwarz-Gelb beschlossene Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke vorzugehen. Ein  Antrag der SPD-geführten Länder, der auf eine bessere Einbindung der Länderkammer in das 
    Gesetzesverfahren abzielte, fand am Freitag im Bundesrat keine Mehrheit. In dem Text hieß es, das Energiekonzept der Bundesregierung mache eine Zustimmung des Bundesrats erforderlich.
    (AFP/jW)

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    Castorgegner ignorieren Demonstrationsverbot in der Südpfalz

    Mainz. Trotz eines Demonstrationsverbots rufen die Castor-Gegner an der deutsch-französischen Grenze weiterhin zu Gleisblockaden auf. »Aus der Vergangenheit wissen wir, daß diese Verbote der Behörden im Nachhinein von Gerichten immer als nicht rechtmäßig eingestuft werden«, sagte der Sprecher der Südwestdeutschen Anti-Atom-Initiativen, Holger Hildebrand, am Freitag der Nachrichtenagentur dapd.

    Bei Sitzblockaden handele es sich seiner Auffassung nach um »zivilen Ungehorsam« und Ordnungswidrigkeiten. In der Vergangenheit hätten die Strafbehörden zwar immer wieder gegen Gleisblockierer wegen des Straftatbestands des Eingriffes in den Bahnverkehr ermittelt, zu einer Verurteilung deswegen sei es allerdings noch
    nicht gekommen.

    Hildebrand wies daraufhin, daß für den Protest absichtlich ein Abschnitt der voraussichtlichen Castor-Transportstrecke ausgewählt worden sei, der am Wochenende für den regulären Zugverkehr gesperrt werde. Es bestehe also keine Gefahr für die Gesundheit der Demonstranten durch regulär vorbeifahrende Züge. Zudem gebe es in der Südpfalz keine Aufrufe zu »Schotter«-Aktionen, bei der
    Aktivisten Schottersteine aus dem Gleisbett entfernen und so den
    Transport lahmlegen wollen, sagte der Sprecher.

    Die Kreisverwaltung Germersheim hatte in einer am Donnerstag erlassenen Allgemeinverfügung sämtliche Protestaktionen direkt auf der Castor-Transportstrecke in der Region verboten.
    (dapd/jW)

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