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Aus: Ausgabe vom 11.03.2026, Seite 10 / Feuilleton

Brězan, Baxevanos, Minnelli

Von Jegor Jublimov
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Liza Minelli in »Cabaret« (Bob Fosse, 1972)

In Kamenz, der Geburtsstadt des großen Gotthold Ephraim Lessing, ist am Donnerstag vor 20 Jahren der sorbische Schriftsteller Jurij Brězan im 90. Lebensjahr verstorben. Der Arbeitersohn konnte in Bautzen das Abitur ablegen, Volkswirtschaft studieren und daneben für die Domowina arbeiten, die sich bis zu ihrem Verbot 1937 »Bund Lausitzer Wenden« nennen musste. Brězan war zunächst im sorbischen Widerstand aktiv, emigrierte nur kurz nach Prag, wurde aber nach der Rückkehr verhaftet und sollte sich im Krieg in der Wehrmacht »bewähren«. Nach Kriegsende organisierte er die »Sorbische Jugend«, trat in die SED ein und fing an, ­sorbische Literatur zu schreiben. Erzählungen, Gedichte und Stücke wurden ins Deutsche übersetzt und fanden wegen ihres zupackenden, auch humorvollen Stils viel Zuspruch. Schon 1955 verfilmte Richard ­Groschopp für die Defa Brězans Roman »52 Wochen sind ein Jahr« mit Lotte Loebinger. Die Erzählung »Wie die alte Jantschowa mit der Obrigkeit kämpfte« kam 1968 mit Mathilde Danegger auf den Bildschirm. Außer mit der autobiographischen Felix-Hanusch-Trilogie hat er über Jahre mit der Sagenfigur des Krabat gelebt, der seine neu erworbenen Zauberkräfte zu guten Zwecken einsetzt. Als »Die schwarze Mühle« wurde der Stoff 1975 verfilmt und 2011 entstand auf dieser Grundlage der längste Silhouettenfilm der Welt.

Einer der letzten lebenden Filmlieblinge der 50er und 60er Jahre ist Chariklia Baxevanos. Ihren ersten Auftritt hatte sie bereits 1940 in einer Kinderrolle an der Volksoper Wien. Ihre Schauspiellehrerin war die legendäre Helene Thimig am Max-Reinhardt-Seminar, ihre erste kleine Filmrolle war die der Freundin der Titeldarstellerin in »Schäm’ dich, Brigitte« (1952). Hans Moser, der Hauptdarsteller, spielte dann in ihrem Fernsehdebüt »Liebelei« nach Arthur Schnitzler 1958 ihren Vater. Baxi, wie sie genannt wurde, kam am Sonntag vor 90 Jahren in Zürich als Tochter eines griechischen Opernsängers zur Welt und wuchs in Wien auf. Schnell machte sie Karriere in Unterhaltungsfilmen an der Seite von Peter Alexander, Georg Thomalla oder Joachim Fuchsberger. Aber ebenso liebte sie die Arbeit auf den Bühnen in München, Köln und am Berliner Kurfürstendamm. In München nahm sie vor zehn Jahren mit dem Lustspiel »Zwei ahnungslose Engel« ihren Bühnenabschied.

Eigentlich war auch Liza Minnelli eine Münchner Schauspielerin, wurde ihr berühmtester Film »Cabaret« (Bob Fosse, 1972), der im Berlin des Jahres 1931 angesiedelt ist, doch dort gedreht. Dort knüpfte sie auch eine lebenslange Freundschaft mit dem Münchner Fernsehliebling Fritz ­Wepper. Die Tochter von Hollywood-Regisseur Vincente Minnelli und Filmstar Judy Garland wuchs im Film- und Bühnengeschäft auf, spielte neben ihrer Mutter mit drei Jahren die erste kleine Filmrolle. Sie lernte singen, tanzen und eislaufen, moderierte schon in den 50er Jahren TV-Shows und begann die Theaterlaufbahn am Broadway. Am Donnerstag wird sie 80 Jahre alt.

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