Iran und USA vor Gesprächen
Von Ina Sembdner
Der Iran bereitet sich auf eine mögliche Wiederaufnahme der direkten Gespräche mit den USA vor, um den Atomstreit beizulegen und einen neuen Krieg in der Region zu verhindern. Das Außenministerium in Teheran prüfe derzeit die Bedingungen für einen Dialog, sagte ein Sprecher am Montag. »Präsident Peseschkian hat die Aufnahme von Gesprächen mit den Vereinigten Staaten angeordnet«, berichtete die Nachrichtenagentur Fars unter Berufung auf eine ungenannte Regierungsquelle. Einem hochrangigen iranischen Vertreter und einem westlichen Diplomaten zufolge könnten sich der US-Sondergesandte Steve Witkoff und der iranische Außenminister Abbas Araghtschi bereits in den kommenden Tagen in der Türkei treffen. Auch Vertreter der türkischen Regierungspartei bestätigten, dass sich beide Seiten auf Diplomatie verständigt hätten.
An diesem Dienstag wird Witkoff laut Reuters voraussichtlich zunächst Israel besuchen, um sich mit Premierminister Benjamin Netanjahu und Militärchef Eyal Zamir zu treffen, wie zwei hochrangige israelische Offizielle der Agentur sagten. Das Treffen würde an die Zusammenkunft von Zamir mit seinem US-Amtskollegen General Dan Caine am Wochenende in der US-Hauptstadt anknüpfen, hieß es.
Tel Aviv habe Washington seine Verteidigungsvorbereitungen, darunter auch Abfangsysteme, vorgestellt und gleichzeitig Informationen darüber erhalten, wie die Vereinigten Staaten Israel bei seiner Verteidigung unterstützen würden, meldete die israelische Nachrichtenseite Ynet. Und die Regierung wolle zwar nicht den Eindruck erwecken, sie würde die USA in einen Krieg drängen, so das Portal am Sonntag abend, gleichzeitig »hat Jerusalem gewarnt, dass ein Verzicht Washingtons auf Maßnahmen in der Region als Schwäche wahrgenommen werden könnte«.
Der Stabschef der iranischen Streitkräfte, Generalmajor Abdolrahim Mussawi, erklärte unterdessen, das Land habe seine Verteidigungsdoktrin geändert. Selbst ein »kleiner Fehler« der Gegner des Iran könnte eine schnelle und entschlossene Reaktion auslösen, zitierte ihn das Portal Iran Press, und werde »uns eine vollständige Rechtfertigung für unser Handeln geben«, fügte er hinzu. Mussawi warnte, dass in einem solchen Szenario »kein Amerikaner sicher wäre« und ein regionaler Konflikt die USA und ihre Verbündeten verschlingen würde.
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