Nachschlag: Opa war kein Nazi, Teil 300
Dennis Gansels Film über eine deutsche Panzerbesatzung, die im Zweiten Weltkrieg hinter der Front nach einem Oberst sucht, um ihn vor der Roten Armee zu retten, erfreut sich großer Beliebtheit. Platz zwei der internationalen Amazon-Streamingcharts für den »Tiger«. Die Welt jubiliert: »Deutschland kann wieder Kriegsfilm.« Man liebt hierzulande seine Panzer, Inbegriff des Blitzkrieges. Fast schon zärtlich diskutierte die Talkshowprominenz vor zwei Jahren über den Einsatz des »Leo« in der Ukraine. Und gewiss: Panzerfreunde kommen ganz auf ihre Kosten. Ebenso die Freunde der Normalisierung. Denn selbstverständlich sind die fünf Jungs von der Wehrmacht, die uns Gansel vorführt, keine Nazis, sondern grundsympathische Kerle. Und Pflicht ist eben Pflicht. So weit, so ahistorisch. Dass das alles mit der Realität nur wenig zu tun hat, scheint dem Regisseur dann doch noch aufgefallen zu sein, so hat er die Haupthandlung denn auch als Traum in Szene gesetzt. An der Botschaft ändert das wenig. (row)
links & bündig gegen rechte Bünde
Jetzt den kostenlosen jW-Newsletter abonnieren – täglich das Beste aus der Tageszeitung junge Welt, direkt in Ihr Postfach. Ihre E-Mail-Adresse wird natürlich niemals an Dritte weitergegeben.
Mehr aus: Feuilleton
-
Widerstand, ungebrochen
vom 10.01.2026 -
Alternative zu Kriegsmedien
vom 10.01.2026 -
Wider das betreute Denken
vom 10.01.2026 -
»Die straffreie Welt für israelische Täter wird kleiner«
vom 10.01.2026 -
Furioser Beginn mit der Band »Kontrast«
vom 10.01.2026 -
Lollipops und Pinguine
vom 10.01.2026 -
»Gesteht es ein, euer Schuttsein!«
vom 10.01.2026 -
O mein Gott!
vom 10.01.2026 -
Freie Fahrt
vom 10.01.2026 -
Mir zur Feier
vom 10.01.2026 -
Vorschlag
vom 10.01.2026 -
Veranstaltungen
vom 10.01.2026