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10.01.2026, 18:47:12 / Feuilleton
31. Rosa-Luxemburg-Konferenz

Widerstand, ungebrochen

Die palästinensische Schauspielerin Lamis Ammar präsentiert ihr Solostück »Mein bedrohliches Gedicht«
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Lamis Ammar und Bakr Khleifi an der Oud

Die 1992 in Palästina geborene Lamis Ammar begann schon während ihres Schauspielstudiums in Haifa, am Freedom Theatre Dschenin in der von Israel besetzten Westbank zu spielen. Renommée erarbeitete sie sich zudem als Filmschauspielerin. Sie gastierte zuletzt an mehreren deutschen Theatern. Ihre autobiographische Aufarbeitung der Inhaftierung der palästinensischen Lyrikerin Darin Tatur, die eigentlich im November 2023 an der Volksbühne Berlin Premiere feiern sollte, fiel zunächst der antipalästinensischen Stimmung zum Opfer.

Auf der Bühne der Wilhelm-Studios lauschen Tausende Zuhörer nun gebannt ihren Worten von »Mein bedrohliches Gedicht«. Begleitet wird sie von Bakr Khleifi an der Oud. Vom Arabischen wechselt sie ins Deutsche und zurück, beschreibt, wie Tatur von einem riesigen Aufgebot israelischer Polizisten überfallen wurde. »All das, um mich festzunehmen.« Und die Täter bleiben anonym, haben ihre Namensschilder so präpariert, dass sie nicht zu erkennen sind. »Sie werden aufgrund ihrer Facebook-Aktivitäten der Anstiftung zu Gewalt und Terror beschuldigt«, schlägt es der Lyrikerin entgegen. Die Zelle des Gerichts, in das sie anschließend abgeführt wird: »Zweieinhalb Schritte breit, drei Schritte lang.« Während der unwürdigen Untersuchung, die folgt, wird ihr unverhohlen angedroht: »Wenn du dich nicht freiwillig ausziehst, vergewaltige ich dich.« Tatur legt ihre Kleidung ab.

Ammar rezitiert auf Arabisch das inkriminierte Gedicht »Widerstand, mein Volk, leistet Widerstand«, das der Poetin als Anstiftung zur Auflehnung ausgelegt wird – im Hintergrund zeigen Bilder und Videos den brutalen palästinensischen Alltag unter der israelischen Besatzung. »Sie klagen mein Gedicht an?« Von da an hatte die Lyrikerin eine Nummer. Sie ist nun eine politische Gefangene. »Alles ist so eingerichtet, mich verrückt zu machen.« Nach »59 Verhandlungstagen, zwei Jahren, sechs Monaten und 18 Tagen verurteilten sie mich zu weiteren fünf Monaten im Gefängnis«. Tantur wurde für ein Gedicht verurteilt, aber in ihrer Haft schrieb sie 179 neue. (jW)

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