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Anwältin: Zschäpe weiß mehr, als sie sagt

München. Die Anwälte der Familie des 2006 in Kassel ermordeten Halit Yozgat haben der mutmaßlichen NSU-Terroristin Beate Zschäpe schwere Vorwürfe gemacht. In ihrem Plädoyer sagte Rechtsanwältin Doris Dierbach am Mittwoch vor dem Oberlandesgericht München, Zschäpe wisse viel mehr, als sie im Prozess ausgesagt habe. Wie schon andere Nebenklagevertreter zuvor griff Dierbach auch den Verfassungsschutz scharf an. »Man wollte Quellen vor einer Polizeivernehmung schützen und nahm in Kauf, dass der Mord an einem jungen Mann darum nicht aufgeklärt wurde«. Der Bundesanwaltschaft warf Dierbach vor, massives Fehlverhalten der Behörden bis heute zu decken. Dem hessischen Verfassungsschutzbeamten Andreas Temme, der bei dem Mord an Yozgat angeblich nur zufällig am Tatort war, warf sie vor, im Prozess gelogen zu haben. Ismail Yozgat, der Vater des Toten, ergriff ebenfalls das Wort: Er sei überzeugt, der »Agent« Temme habe seinen Sohn entweder selbst ermordet oder den Mord arrangiert. Die Mutter, Ayse Yozgat, betonte, das Gericht sei ihre letzte Hoffnung gewesen. »Aber ich sehe, dass bei Ihnen auch kein Ergebnis herauskommt.« (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 07.12.2017, Seite 4, Inland

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