BuNa – Bulletin für irreguläre Nachrichten – Wehrwinter 2025
Von Pierre Deason-Tomory
Washington, D. T.
US-Präsident Trump hat die Epstein-Akten freigegeben. Er unterzeichnete das vom Kongress vorgelegte Gesetz, das seiner Justizministerin Pam Bondi nun 30 Tage Zeit gibt, die Dokumente zu frisieren. Wegen seiner eigenen Verwicklung in den Fall hat sich Trump an die Anwaltskanzlei gewandt, die auch Konstantin Wecker und Mr. Mountbatten-Windsor vertritt, The Andrew Formerly Known as Prince.
Berlin
Außenminister Wadephul hat vor der CDU-Fraktion seine Darstellung berichtigt, Syrien sehe »schlimmer aus als Deutschland im Jahr 1945«. Er habe eigentlich sagen wollen, Syrien sehe schlimmer aus als Chemnitz im Jahr 1989. Daraufhin erhoben sich die gerührten Abgeordneten und stimmten das Deutschlandlied an. Der Kanzler trug dem Innenminister auf, die geplanten Massendeportationen syrischer Flüchtlinge bis nach Weihnachten zu verschieben.
Saarbrücken
Sahra Wagenknecht hat dem Eindruck widersprochen, sie habe sich faktisch aus dem BSW zurückgezogen. Sie sagte auf Ticktack, sie wolle ihre Partei erst noch spalten, bevor sie austritt. Das könnte das BSW retten: Parteien, die vorher von Wagenknecht gespalten wurden, schaffen es locker in den Bundestag.
Deutschland-Tempo
Der Start von »Stuttgart 21« ist erneut verschoben worden. Der Bahnhof sollte ursprünglich im Jahr 2010 eröffnet werden, nun wurde auch der zuletzt genannte Termin Dezember 2026 abgesagt. Grund sei die unerwartete Komplexität des Tunnelsystems, die einen Einbau von Zugängen, Belüftung und Beleuchtung erforderlich mache.
Bundeskanzler Merz kündigte die Bildung einer Deutschlandröhrenbahnhofsreformkommission an, die darüber beraten soll, in welchem Jahrhundert der Bau abgeschlossen werden könnte. Das Projekt wurde »fürs erste« in »Stuttgart 22« umbenannt.
Um kurzfristig die Pünktlichkeit bei der Bahn zu verbessern, hat der Bundestag eine Senkung der Flugverkehrssteuer durchgewinkt. Die Idee dahinter: Je mehr Bahn-Kunden auf Flugzeuge umsteigen, desto weniger Bahn-Kunden haben Verspätung.
Bundeswehr 21
Die künftige Wehrpflicht sieht auch Möglichkeiten zur Verweigerung vor, nämlich Sanitätsdienst im Feldlazarett. Wahlweise im Donbass, in Gaza oder im Sudan.
Auch an die Frauen wurde gedacht, erzählte ein launiger Merz bei einem Kegelturnier im Sauerland. »Die können sich jederzeit melden für die Gulaschkanone oder den Offizierspuff.«
Außerdem soll die Truppe neu eingekleidet werden; es wurden für 19 Milliarden Euro (!) Kampfklamotten bestellt. Von der Regierung, nicht von Spahn. Sie sollen bis 2034 (!) fertig sein. Für den Fall, dass die Russen vorher angreifen, sieht Verteidigungsminister Pistorius keine großen Probleme: »Wir haben bereits bewiesen, dass wir es auch ohne Wintermäntel bis nach Sibirien schaffen.«
Popcorn
Kulturstaatsminister Weimer wehrt sich gegen Vorwürfe, er verkaufe Einfluss auf politische Entscheidungsträger. Das sei »eine Lüge«, gegen die er sich »juristisch zur Wehr setzen« werde. Zu Recht, er vermietet die Kollegen nur, und mehr kann man im bundesdeutschen Politikerhandel für 80.000 Euro auch nicht verlangen.
Auf dem nächsten »Ludwig-Erhard-Gipfel« seiner Agentur im April sollten unter anderem Wirtschaftsministerin Reiche, Kanzleramtschef Frei und Ministerpräsident Söder im Angebot sein. Wer jeweils wieviel kostet, entnehmen Sie bitte dem Frühjahrskatalog der Weimer Media Group.
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Leserbrief von Onlineabonnent/in Heinrich Hopfmüller aus Stadum (21. November 2025 um 23:02 Uhr)Bitte keine Fake News in dieser Spalte! Denn »Der Kanzler trug dem Innenminister auf, die geplanten Massendeportationen syrischer Flüchtlinge« als die Aktion »Die Waisen aus dem Morgenland« zu labeln und ihnen den Stern von Damaskus als Richtschnur auf dem Weg geben. Start der Aktion am 6.1.2026. Weiters: Kennt Pistorius Engelbert Strauss nicht? Wenn er dem heute eine SMS schickt, bekommt er morgen die personalisierten Klamotten und nicht 2034. Für einen geringen Aufpreis dürfte auch die Bundeskrähe statt dem Strauss möglich sein.
Regio:
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