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Rohstoffvertrag von USA und Australien

Vor dem Hintergrund der zunehmenden Relevanz von seltenen Erden im geopolitischen Ringen zwischen dem Westen und China haben die USA und Australien ein Abkommen zum Abbau »kritischer Mineralien« beschlossen. US-Präsident Donald Trump und der australische Premierminister Anthony Albanese unterzeichneten am Montag (Ortszeit) in Washington einen entsprechenden Vertrag, der unter anderem Kooperationen bei der »Sicherstellung von Reserven«, den Investitionen in Lokalisation und Abbau von Rohstoffvorkommen sowie bei der Preisgestaltung vorsieht.

»In etwa einem Jahr werden wir so viele kritische Mineralien und seltene Erden haben, dass man gar nicht wissen wird, wohin mit ihnen«, sagte Trump laut Reuters bei der Pressekonferenz zur Unterzeichnung des Abkommens. Allein in den kommenden sechs Monaten sind demnach Investitionen in Höhe von einer Milliarde US-Dollar vorgesehen, vor allem in Infrastruktur für Abbau und Verarbeitung. Albanese bezifferte das absehbare Volumen der Kooperation auf 8,5 Milliarden US-Dollar.

Wie aus dem von beiden Regierungen veröffentlichten Papier hervorgeht, verpflichten sich die beiden Staaten unter anderem zur Zusammenarbeit bei der Identifikation der für ihre Lieferketten relevanten Projekte sowie bei der Sicherstellung von deren Finanzierung beispielsweise durch Kapitalzuschüsse, Kredite, Versicherungen und regulatorische Begünstigungen. Genehmigungsverfahren sollen vereinfacht werden, ferner sind »Preisuntergrenzen und ähnliche Maßnahmen« vorgesehen, um »heimische Märkte vor nichtmarktwirtschaftlichen Politiken oder unfairen Handelspraktiken« zu schützen.

Es ist kein Geheimnis, dass die angekündigte Kooperation eine Befestigung der Defensivlinie des »freien Westens« im Handelskrieg mit China darstellt. Die Volksrepublik hatte erst kürzlich weitreichende Ausfuhrverbote für seltene Erden und der aus ihnen hergestellten Produkte verhängt. Das trifft nicht nur die Hightechbranche, sondern zum Beispiel auch Autobauer, wie die europäischen Konzerne nach der kürzlichen Kaperung des chinesischen Chipproduzenten Nexperia durch die Niederlande feststellen mussten. Die Waffenindustrie leidet ebenfalls unter der Abhängigkeit. Magneten aus Gallium beispielsweise sind unerlässlich für modernste Kriegswaffen wie den F35-Kampfjet der USA. Bereits im Dezember 2024 hatte Beijing Exporte von Gallium und einiger anderer militärisch relevanter Metalle in Richtung der Vereinigten Staaten untersagt.

Dementsprechend ist Trumps jüngste Bekräftigung des AUKUS-Abkommens, mit dem sein Amtsvorgänger Australien zum Kauf nuklearer U-Boote verpflichtet hatte, zu sehen: eine Markierung des Frontverlaufes des längst stattfindenden Wirtschaftskrieges.

junge Welt

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Erschienen in der Ausgabe vom 22.10.2025, Seite 9, Kapital & Arbeit

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