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Deutscher Buchpreis

Favoritensieg

Der Deutsche Buchpreis geht in diesem Jahr an die Autorin Dorothee Elmiger für »Die Holländerinnen«. »Dieser Roman ist ein Ereignis«, heißt es in der Begründung der Jury. Elmigers Stil sei gleichzeitig distanziert und doch fesselnd und das Buch »ein faszinierender Trip ins Herz der Finsternis«. Die 1985 geborene Schweizerin, die in New York lebt, galt bereits als eine Favoritin.

»Die Holländerinnen« spielt im Regenwald Südamerikas. Erzählt wird die unheimliche Geschichte weitgehend in der indirekten Rede. Eine Autorin berichtet in einer Poetikvorlesung von ihrer Reise in den Dschungel als Teil einer Theatergruppe. Diese ist auf den Spuren zweier holländischer Backpackerinnen, die vor Jahren dort verschwunden sind.

Sie habe beim Schreiben des Buches fast aufgegeben, sagte Elmiger über »Die Holländerinnen«. Sie habe drei, vier Jahre lang immer wieder alles verworfen. »Es wurde immer schlimmer, bis ich dachte: Ich muss mich vom Schreiben verabschieden, diese Phase meines Lebens ist nun vorbei.« Dann sei es gewesen, als habe sich plötzlich eine Handbremse gelöst. Den Endspurt beschreibt sie als »beinahe fiebriges Schreiben«.

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Der Deutsche Buchpreis gilt als eine der wichtigsten Auszeichnungen der Branche und wird traditionell am Tag vor der Eröffnung der Frankfurter Buchmesse vergeben. Neben Elmiger waren noch fünf weitere Kandidatinnen und Kandidaten in der engeren Auswahl: Kaleb Erdmann (»Die Ausweichschule«), Jehona Kicaj (»ë«), Thomas Melle (»Haus zur Sonne«), Fiona Sironic (»Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft«) sowie Christine Wunnicke (»Wachs«).

Für den diesjährigen Buchpreis hatte die Jury 229 deutschsprachige Romane gesichtet, die zwischen Oktober 2024 und Mitte September 2025 erschienen sind. Insgesamt ist der Buchpreis mit 37.500 Euro dotiert: Elmiger erhält 25.000 Euro, die übrigen Autoren der Shortlist jeweils 2.500 Euro. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 15.10.2025, Seite 11, Feuilleton

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