215 Lehrkräfte weniger
Von Susana Gómez
An Berliner Schulen sind derzeit deutlich weniger Lehrer mit dem Fach Russisch betraut. Im Schuljahr 2020 bis 2021 hatten noch 1.005 Russischlehrer in der Hauptstadt unterrichtet; im vergangenen Schuljahr waren es lediglich 790. Das sind 215 Lehrkräfte weniger, ein Abbau um mehr als 20 Prozent. Das geht aus einer schriftlichen Anfrage an den Berliner Senat vom BSW-Abgeordneten Alexander King hervor, die junge Welt am Mittwoch vorlag.
Der Senat versichert in der Antwort, dass es keine Planung für den Abbau des Faches an den Schulen gebe; das Angebot würde sich nach der Nachfrage richten. Die Beschäftigung mit der russischen Sprache ermögliche es, »Zeugnisse aus Geschichte, Politik, Kultur, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft des russischsprachigen Raums zu erschließen«. Das Erlernen der russischen Sprache sei eine Grundlage für den Erwerb »weiterer slawischer Fremdsprachen«, hieß es. Aus den Daten wird ersichtlich, dass trotz des Lehrerrückgangs mehr Schulen Russisch als Fach anbieten.
King erklärte dazu am Montag gegenüber jW, es sei wichtig, »dass in Berlin weiter Russischunterricht stattfindet«. Der Rückgang der Anzahl der Russischlehrer sei »besorgniserregend«. Auch im sprachlichen Bereich gelte: »Die Auseinandersetzung mit Sprache und Kultur anderer Völker ist ein Beitrag zum Frieden.« Der BSW-Landesvorsitzende fordert deshalb eine Stärkung der »Stellung des Russischen in den Angeboten der Berliner Schulen«.
Außerdem steht das in der DDR gegründete Russische Haus in Berlin unter Druck von Politik und Medien. »Putins Propaganda-Palast«, titelte die Augsburger Allgemeine im April 2024. King weist »jeden Versuch, die Arbeit des Russischen Hauses, das unter anderem auch Sprachkurse anbietet, zu erschweren oder gar zu beenden, scharf zurück«. In dem Kulturzentrum verzeichnet man derzeit allerdings keinen Rückgang des Interesses am Russischunterricht, wie jW von der Leitung des Hauses erfuhr.
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