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Aus: Ausgabe vom 03.01.2026, Seite 3 / Abgeschrieben

Maduro über USA: Sie wollen sich das gesamte Öl aneignen

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Am 31.12. führte der Journalist Ignacio Ramonet ein Interview mit dem Präsidenten Venezuelas, Nicolás Maduro, das der Sender Telesur ausstrahlte. An dieser Stelle ein kleiner Auszug zur militärischen Bedrohung des lateinamerikanischen Landes durch die USA:

Ignacio Ramonet: Lassen Sie uns (…) über die militärische Bedrohung durch die USA sprechen. Seit mehr als fünf Monaten steht vor Venezuela eine militärische Seestreitmacht. Viele Menschen fragen sich: Wie interpretieren Sie die Absichten der USA? (…)

Nicolás Maduro: (…) Es ist offensichtlich, dass sie sich durch Drohungen, Einschüchterung und Gewalt durchsetzen wollen. All das verstößt gegen das Völkerrecht des Friedens, das nach dem Krieg mit der Gründung der Vereinten Nationen im Jahr 1945 geschaffen wurde. (…) Und das Völkerrecht, die Charta der Vereinten Nationen, die seit der Nachkriegszeit das Rückgrat des gesamten Völkerrechts bildet, verbietet und verurteilt ausdrücklich, dass ein Land einem anderen mit Gewalt droht. (…) Das hat einen großen rechtlichen, juristischen Inhalt. Sie verstoßen in eklatanter Weise gegen das Völkerrecht. Und darüber hinaus hat es eine große ethische, moralische Komponente. Denn das amerikanische Volk muss sich fragen, ob es seine derzeitige Regierung gewählt hat, damit sie erneut militärische Interventionen in Lateinamerika startet. Ich frage die Öffentlichkeit in den Vereinigten Staaten, die Medien, aber vor allem die einfachen Menschen, die Jugend der Vereinigten Staaten, die christlichen Gläubigen, meine christlichen Brüder und Schwestern aus den christlichen Kirchen – ich bin selbst Mitglied einer Kirche –, ob es ethisch, moralisch und christlich ist, das zu tun, was ihre Regierung tut.

Haben Sie Ihre Regierung gewählt, damit sie erneut militärische Interventionen in Lateinamerika und der Karibik einleitet, damit sie mit Gewalt Regimewechsel in Lateinamerika und der Karibik herbeiführt, damit sie Staatsstreiche in Lateinamerika und der Karibik fördert? Damit sie die Vorbereitungen für einen großen Krieg, einen dieser »ewigen« Kriege, einleitet? Denn ich habe es in meinen Reden und auch in meinem Lied gesagt: »Not war, not crazy war«. Stimmt’s? (…) Ich habe »nein« zu einem erneuten Vietnamkrieg gesagt. Oder sind Sie in den Vereinigten Staaten stolz auf das, was in Vietnam passiert ist? Ich glaube nicht.

Wenn man eine Umfrage macht, wollen 80 Prozent der Bevölkerung der Vereinigten Staaten keinen neuen Vietnamkrieg. Sie wollen keinen neuen Krieg in Afghanistan. Oder sind sie stolz auf Afghanistan? Oh, sie werden einen Vietnamkrieg, einen Afghanistan-Krieg, einen Irak-Krieg, einen Libyen-Krieg hierher in die Karibik, nach Südamerika bringen. (…) Die Politik der aktuellen US-Regierung steht also im Widerspruch zu dem, was die US-Gesellschaft und die Menschheit anstreben.

(…) Wir handeln im Rahmen unseres Rechts, des Völkerrechts, der Verfassung. Wir verteidigen das Heiligste, was wir haben: unser Land, unsere natürlichen Ressourcen. Denn was ist das Ziel? Was ist das Ziel der aktuellen Regierung der Vereinigten Staaten? (…) Sich das gesamte Öl Venezuelas aneignen. Sie haben es bereits gesagt. Das Gold. Die seltenen Erden. Die Reichtümer Venezuelas. (…)

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