Nachschlag: Krieg und Kredit
Der französische Kommunist Jean Jaurés prägte einmal den Satz, dass der Kapitalismus den Krieg mit sich führe wie die Wolke den Regen. Allerdings lässt sich diese Einsicht anscheinend auch umkehren. Laut der vierteiligen Dokureihe »Die fabelhafte Geschichte des Geldes« auf dem Sender Arte haben Archäologen nämlich herausgefunden, dass das erste jemals herausgegebene Geld wahrscheinlich dazu diente, die Kriegsflotte des Lyderkönigs Krösus zu finanzieren. Die gestempelten Münzen aus einer speziellen Gold-Silber-Legierung namens Elektrum waren also eine Art Kredit, einzulösen im Herrschaftsbereich des kleinasiatischen Reiches. So ist es im Grunde bis heute geblieben: Jeder Euro-Geldschein, den Lohnarbeiter aus dem Bankautomaten ziehen, ist ein Vorschuss darauf, dass sie als brave Galeerensklaven an Bord des herrschenden Systems bleiben. Denkwürdig ist auch ein weiterer historischer Befund: Die Akzeptanz von Papiergeld musste einmal per Androhung der Todesstrafe durchgedrückt werden. (jt)
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Leserbrief von Onlineabonnent/in Heinrich H. aus Stadum (10. Dezember 2025 um 20:57 Uhr)Einspruch, Euer Ehren! Aus dem Arte-Beitrag, in dem die Lyder vorkommen, lässt sich nicht ableiten, dass Galeerensklaven an den Rudern wirkten. Aus meiner Leseempfehlung hierzu (https://de.wikipedia.org/wiki/Galeerensklave) seien zwei Stellen zitiert: 1) »In Athen wurde das Rudern als eine ehrenwerte Tätigkeit angesehen, von der Männer einige praktische Erfahrung besitzen sollten, und Seeleute wurden generell als notwendig für die Sicherheit des Staates erachtet. Laut Aristoteles gewann das gemeine Volk auf den Ruderbänken die Seeschlacht von Salamis (480 v. Chr.) und stärkte dadurch die attische Demokratie.« 2) »Im Gegensatz zur populären Vorstellung von angeketteten Sträflingen, wie sie durch Spielfilme wie Ben-Hur verbreitet wurde, gibt es keine Anhaltspunkte dafür, dass antike Kriegsmarinen jemals verurteilte Verbrecher als Ruderer eingesetzt haben. Der antike Forçat ist folglich ein Anachronismus: Eiserne Beinfesseln, die Peitsche, Galeeren, die schwimmende Konzentrationslager waren – all das gehört zur Welt des sechzehnten bis achtzehnten Jahrhunderts und zu keiner früheren Epoche.« Der Ruderer auf der Triere war ein Lohnarbeiter an Bord des herrschenden Systems, wie der, der heute Autos zusammenschraubt und dann Papier – von der Rolle oder aus dem Automaten – zieht.
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