Zum Inhalt der Seite
Bildung

Befreiend

Die USA verfügen bekanntlich über ein Bildungssystem, das derart weise eingerichtet ist, dass jeder, der ein halbwegs ordentliches Studium absolviert hat, anschließend knietief in den Schulden steckt. Sofern er nicht reich ist, versteht sich, dann regelt das Papas Portokasse. Die des milliardenschweren Unternehmers Robert Smith scheint schön prall zu sein, jedenfalls verkündete er am Sonntag bei seiner Rede auf der Uniabschlussfeier des Morehouse College in Atlanta, die Studienkredite des gesamten Abschlussjahrgangs 2019 tilgen zu wollen. Das 1867 gegründete College ist eine Privatuniversität für Männer. Traditionell nimmt es viele Schwarze auf. Es sei ein »befreiendes Geschenk«, es gebe den Uniabsolventen »die Freiheit, ihren Träumen zu folgen«, sagte Unipräsident David Thomas dem Sender CNN. Die Gesamtkosten für die 396 Studienabgänger beliefen sich auf bis zu 40 Millionen Dollar (knapp 36 Millionen Euro). Die Imagepolitur für reiche Wohltäter gibt es gratis dazu. (dpa/jW)

junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 21.05.2019, Seite 10, Feuilleton

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!