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25.11.2022 / Presseerklärung

PM junge Welt: Russischer Botschafter in der Bundesrepublik zur politischen Einordnung der ukrainischen Hungerkrise 1932/33

Russischer Botschafter in der Bundesrepublik zur politischen Einordnung der ukrainischen Hungerkrise 1932/33

Sergej J. Netschajew, Botschafter der Russischen Föderation in Deutschland, äußert sich in einem Gastbeitrag für die in Berlin erscheinende Tageszeitung junge Welt (Wochenendausgabe) zur aktuellen Debatte um die Anerkennung des »Holodomors« als Völkermord. Medienberichten zufolge plant der Deutsche Bundestag eine Resolution mit einer entsprechenden politischen Einordnung der Hungerkrise 1932/33 in der Ukraine.

Netschajew unterstreicht in dem Kommentar, dies sei »ein Narrativ, das schlichtweg antihistorisch und wahrheitswidrig« sei. Die Hungersnot Anfang der 1930er Jahre habe große Teile der Sowjetunion betroffen, nicht allein die Ukraine: »Der Hunger war massenhaft und suchte sich seine Opfer nicht aus«, so der Botschafter. Die »erschreckende Tragödie« habe verschiedene Ursachen gehabt, es sei jedoch »offensichtlich, dass die Wegnahme von Getreide in den Bauernhäusern nicht das Ziel hatte, eine besondere nationale Gruppe, u. a. die Bevölkerung der Ukraine, mutwillig zu vernichten, die zudem nicht monoethnisch, sondern stets multinational war«.

Netschajew weiter: »Dass man die für zahlreiche Völker der UdSSR gemeinsame Tragödie der Hungersnot zu Beginn der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts als eine gezielte Ausmerzung einer bestimmten Bevölkerungsgruppe aufgrund ihrer ethnischen (ukrainischen) Zugehörigkeit darstellt und dabei millionenfache Opfer anderer Nationalitäten übersieht, ist unvertretbar und unanständig. Mit diesem Narrativ, das mit Objektivität nichts zu tun hat, verfolgt man das Ziel, antirussische Stimmungen zu schüren und in diesem Sinne die Geschichte aktiv und russophob zu revidieren.«

Interessierten Pressevertretern senden wir den Gastbeitrag gern vorab zu.