Dossier: »Kriegsverräter«

Soldaten, die nicht morden wollten

Die Terrorjustiz der Wehrmacht richtete Tausende, die sich dem Krieg entzogen oder Widerstand leisteten. Erst 2002 ließ sich im Bundestag die Rehabilitierung von Deserteuren durchsetzen. Eine Stahlhelmfraktion in den Unionsparteien möchte »Kriegsverrätern« weiter die Ehre abschneiden.

Zuletzt aktualisiert: 12.07.2018

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Berichte
  • 30.08.2011

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    Frank Brunner
  • 09.05.2009

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    »Die Hoffnung, daß möglichst bald auch die letzten Opfer der nat...

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  • 16.08.2001

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  • 22.01.2011

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    Der Krieg heiligt die Mittel – Die Rolle der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg (Teil I).

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  • 01.09.2007

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Geschichtliches
  • 20.05.2005

    Mordlust bis fünf nach zwölf

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Porträts
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    Vor 20 Jahren: Gerichtstermin in Sachen Filbinger vs. Hochhuth

    Susanne Milkau
Reportagen
Interviews
Dokumentationen
Rezensionen
Literatur
  • Das letzte Tabu

    Wolfram Wette/Detlef Vogel

    NS-Militärjustiz und Kriegsverrat. Aufbau Verlag, Berlin 2007, 564 Seiten

    ISBN: 3351026544

  • Die anderen Soldaten

    Norbert Haase/Gerhard Paul (Hrsg.)

    Wehrkraftzersetzung, Gehorsamsverweigerung und Fahnenflucht im zweiten Weltkrieg. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 1995, 237 Seiten

    ISBN: 3596127696

  • Soldaten sind Mörder

    Gerhard Zwerenz

    Die Deutschen und der Krieg. Knesebeck & Schuler, München 1988, 430 Seiten

    ISBN: 3926901063

  • Ehrlos für immer?

    Hannes Metzler

    Die Rehabilitierung der Deserteure der Wehrmacht. Ein Vergleich von Deutschland und Österreich. Mandelbaum Verlag 2007

    ISBN: 3854762186

  • Königskinder

    Regie: Frank Beyer

    Der Kampf um das Gewissen in den Schützengräben des zweiten Weltkrieges. DVD: DEFA-Film, DDR 1962, Laufzeit: 85 Min. Icestorm, 14,99 Euro

  • Mythos Wehrmacht

    Detlef Bald/Johannes Klotz/Wolfram Wette

    Nachkriegsdebatten und Traditionspflege in der Bundeswehr. Aufbau Verlag, Berlin 2001, 211 Seiten, 8,50 Euro

  • Mörderisches Finale

    Ulrich Sander

    NS-Verbrechen bei Kriegsende. Papyrossa Verlag, Köln 2008, 192 Seiten, 14,90 Euro

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