Fragile Schönheit
Der Filmregisseur Wim Wenders (80) erhält in diesem Jahr den Ehrenpreis der Deutschen Filmakademie. Er werde bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises am 29. Mai in Berlin für seine herausragenden Verdienste um den deutschen Film ausgezeichnet, teilte die Akademie mit. Wenders macht seit den späten 60er Jahren Filme, darunter »Alice in den Städten« (1974), »Der amerikanische Freund« (1977), »Paris, Texas« (1984), »Der Himmel über Berlin« (1987) und »Perfect Days« (2023). »Wim Wenders ist als Filmemacher absolut einzigartig und seit über fünf Jahrzehnten eine Ikone des Weltkinos«, teilte Akademiepräsident Florian Gallenberger mit. Er habe Spiel- und Dokumentarfilme gedreht, die »großartigsten Soundtracks aller Zeiten entstehen lassen«, so gut wie jedes Festival gewonnen und mit den größten Stars gearbeitet.
Aber vor allem habe er Millionen Menschen bereichert, »indem er uns immer wieder zeigt, dass es die wahren Geheimnisse des Lebens erst jenseits der Fassade der profanen Realität zu entdecken gilt«. Immer wieder gelinge es ihm, »den unerklärlichen Zauber und die fragile Schönheit des Lebens für einen Moment einzufangen und so für seine Zuschauer erlebbar zu machen«, so Gallenberger. Zuletzt war Wenders Jurypräsident der Berlinale. Bei den Internationalen Filmfestspielen hatte es in diesem Jahr scharfe Diskussionen gegeben, inwiefern sich dieses politisch positionieren müsse. Viel kritisiert wurde eine Aussage von Wenders, der erklärt hatte, dass Filmschaffende ein Gegenwicht zur aktiven Politik seien: »We have to stay out of politics because if we make movies that are dedicatedly political, we enter the field of politics. But we are the counterweight of politics, we are the opposite of politics. We have to do the work of people, not the work of politicians.« (dpa/jW)
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