Afghanistan meldet Dutzende Tote
Kabul/Islamabad. Die Kämpfe zwischen den Nachbarländern Afghanistan und Pakistan sind am Wochenende weitergegangen. Pakistan habe wieder aus der Luft in Afghanistan angegriffen und Militärposten und Gerät der afghanischen Taliban zerstört, schrieb der pakistanische Informationsminister Attaullah Tarar am Sonnabend auf der Plattform X. Pakistan wirft den in Afghanistan regierenden Taliban vor, Terrorgruppen zu unterstützen. Ein Militärsprecher der Taliban sprach am Morgen davon, ein pakistanisches Militärflugzeug abgeschossen und den Piloten gefangengenommen zu haben. Die pakistanische Seite dementiert das. Der afghanische Fernsehsender Tolonews berichtete unter Berufung auf einen Sprecher der Taliban-Regierung, seit dem vergangenen Wochenende seien 52 Zivilisten getötet und 66 verletzt worden. Die Angaben beider Seiten ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.
Bereits im vergangenen Herbst war es zu Gefechten und Angriffen zwischen Afghanistan und Pakistan gekommen. Nach UN-Angaben starben damals 70 afghanische Zivilisten nach pakistanischen Angriffen. Islamabad wirft Kabul vor, islamistische Kämpfer zu beherbergen, die in Pakistan Anschläge verüben. Die neuerlichen Kämpfe waren ausgebrochen, nachdem Pakistan am vorvergangenen Wochenende Ziele in Afghanistan angegriffen hatte. Am Donnerstag starteten die afghanischen Taliban eine Gegenoffensive. Bei einer Pressekonferenz am Freitag zeigte sich Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid offen für Dialog zwischen den Konfliktparteien. Das pakistanische Verteidigungsministerium teilte jedoch mit, es würde die Angriffe fortsetzen, bis die Taliban der Unterstützung von Terrorgruppen entsagen. Pakistans Verteidigungsminister Khawaja Muhammad Asif hatte den Konflikt als »offenen Krieg« bezeichnet. (dpa/jW)
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