Nachschlag: Gewalt, Macht und Korruption
Angesichts der jüngsten Gewaltwelle in Mexiko nach der Festnahme und dem Tod des als »El Mencho« bekannten Anführers des Kartells »Jalisco Nueva Generación« lohnt ein historischer Rückblick auf die Sicherheitsstrategie Mexikos im Kampf gegen den Drogenhandel – und auf den Einfluss der USA auf diese Strategie. Genau dies leistet die ZDF-Dokumentation, die nun in der Arte-Mediathek verfügbar ist. Die zentrale Frage lautet: Wie konnte die Gewalt ein derartiges Ausmaß erreichen? Nach den Bildern von brennenden Autos im ganzen Land am vergangenen Sonntag ist dies eine Frage, die sich wohl viele Menschen in Deutschland stellen. Die Dokumentation liefert Einblicke in die komplexen Ursachen: den Drogenhandel, die politischen Strukturen, die Korruption und die sozialen Folgen, die Mexiko seit Jahrzehnten prägen. Sie zeigt, dass die Krise nicht nur lokal ist, sondern Teil globaler Dynamiken, die den Kampf gegen die Drogenkartelle weit über Mexikos Grenzen hinaus relevant machen. (ir)
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Leserbrief von Onlineabonnent/in Heinrich H. aus Stadum (25. Februar 2026 um 18:20 Uhr)Nachträglich hier die Quelle, aus der die Mengenangaben zu den tödlichen Dosen (200 bzw. 2 Milligramm) stammen: https://www1.wdr.de/nachrichten/un-drogenbericht-nitazen-fentanyl-100.html
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Leserbrief von Roman aus Mazatlán, Sin., México (25. Februar 2026 um 06:36 Uhr)Das wichtigste wird jedoch aus bekannten Gründen nicht genannt: Wer konsumiert diese Drogen und wessen Aufgabe wäre es daher, den Absatzmarkt zu schließen: USA/Kanada. Ich verwende hier absichtlich nicht »Nordamerika«, da Mexiko da auch dazugehört. Nicht, dass es in Mexiko keine Drogenprobleme gäbe, für die aber auch die US ihren Teil beigetragen haben durch die Destabilisierung des politischen Systems, angefangen mit ihrem Cowboy Fox, den sie dort zum Präsidenten machten. Das Hauptproblem, dass die US nur »zuhause« regeln können, auch wenn’s schmerzen mag, ist, den »Bedarf« eben zuhause einzuschränken. Genauso wie den »Bedarf« an lebenden Organen etc., an dem die Kartelle ihr Geld verdienen und den die Mexikaner mit ihren Kindern und Jugendlichen zahlen. Ohne auf die Ausbeutung nicht nur der Mexikaner, die »illegal« dort arbeiten, bis sie wieder ohne Bezahlung zurückgeschickt werden, einzugehen. Oder auf das Bestehen der »ältesten Demokratie«, errichtet auf den Leichen derer, die das Pech hatten, schon vor den Horden der europäischen Strafgefangenen dort zu leben. Da ist aber der Schusterbub wohl nicht der Richtige, dem gibt man wohl am besten einen Korb Karotten.
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Leserbrief von Onlineabonnent/in Heinrich H. aus Stadum (24. Februar 2026 um 22:14 Uhr)Als Zustandsbeschreibung ist die Sendung einigermassen brauchbar. Über historische Zusammenhänge, z.B. über diesbezügliche CIA-Aktivitäten, habe ich nicht ein einziges Wort gehört. Das sagt die Google-KI ( u.a.) zu »cia-aktivitäten drogenhandel«: »Obwohl direkte Beweise für eine direkte Durchführung von Drogenhandelsoperationen durch die CIA oft fehlen, deuten Untersuchungen auf eine bewusste Ignoranz oder Duldung hin, wenn es den geostrategischen Interessen der USA diente.« Warum die Drogenmafia nicht durch Verhinderung von Waffenexporten aus den USA ausgetrocknet wird, wird auch nicht thematisiert. Immerhin wird gezeigt, dass 80 Prozent der Mafia-Waffen von da stammen. Stattdessen sieht man einen riesigen Frachter aus China über den Pazifik nach Südamerika fahren – mit Vorprodukten, die auch zur Fentanylsynthese genutzt werden können. Die Bilder, die angeblich eine Produktionsstätte zeigen, wirken nicht gerade vertrauenerweckend. Deshalb: »Während bei Heroin 200 Milligramm tödlich wirken, sind es bei Fentanyl nur 2 Milligramm.« In den gezeigten Bildern wird in einer Hütte in einem Kessel irgendeine Pampe mit irgendeiner Flüssigkeit verrührt. Wenn zwei Milligramm davon tödlich wären, würde die gezeigte Menge für viele tausend Tote reichen, da brauchste kein Froschgift mehr.
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