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Aus: Ausgabe vom 21.02.2026, Seite 11 / Feuilleton
In dieser großen Zeit

BuNa: Bulletin für irreguläre Nachrichten – Februar 2026

Von Pierre Deason-Tomory
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Arsch-am-Mittwoch: Markus Söder

Terrorfahndung

Innenminister Dobrindt hat eine Million Euro Belohnung für die Ergreifung der sagenhaften »Vulkangruppe« ausgesetzt. Daraufhin haben sich 36 Personen bei der Polizei gestellt. Weil sie die Million nicht bekamen, zogen 35 der Delinquenten ihre Geständnisse wieder zurück. Nur einer nicht. Der gab zu Protokoll, er würde auch für 500.000 Euro alles zugeben.

Sozialreformen

Markus Söder hat eine neue Idee, er fordert die 41-Stunden-Woche. Das kam überraschend. Bisher wollte Söder die 35-Döner-Woche. Auf der jährlichen CSU-Faschingsfeier in Passau wurde er wie immer zum politischen Arsch-am-Mittwoch gewählt.

Die Union haut überhaupt Schweinereien in Serie raus, fordert Steuergeschenke für Besserverdiener und Blechzähne für Arbeiter. Aber nur zum Schein. Kanzler Merz geht davon aus, dass die SPD sowieso alles ablehnen wird – wie kommt er nur darauf?

Erstaunlicherweise profitiert vom Reformdurchfall der Union die AfD, obwohl die dasselbe will. Warum ist das so? Diese Frage haben wir Churchill, Roosevelt und Stalin gestellt, sie brüllten im Chor: »Weil die Deutschen so dumm sind, dass sie die Schweine beißen.«

Clankriminalität

Dass die AfD bei Vetternwirtschaft und Selbstbedienung ertappt worden ist, wird ihr nicht schaden. Nicht wegen deutscher Dummheit, sondern wegen unserer Gier. Der Mitbürger zeigt Verständnis, stiehlt und rafft ja selbst, wann immer sich eine Gelegenheit bietet, und wenn’s der Führer befiehlt, oder ein Schäuble, plündert er Europa aus. Schon Schiller hat das einnehmende Wesen der Deutschen besungen, er nannte das Drama »Die Räuber«.

Volkssturm 2030

Das lässt hoffen: Die Kids wollen nicht zum Barras, nur alte Säcke melden sich post festum zur Bundeswehr, so wie der hosentote Campino. Er erklärte, er würde heutzutage den Wehrdienst nicht mehr verweigern. Es ist zu schade, dass ihn kein General haben will.

Mädchenhandel

Nach Durchsicht der Epstein-Files werden hierzulande unangenehme Fragen gestellt: Warum tauchen in ihnen nirgends deutsche Spitzenpolitiker auf? Weil auf die Rudelbumsinsel damals nur Macker eingeladen wurden, die über echten Einfluss verfügten. Für Schröder, Fischer und Stoiber hätte es nur für einen Kindergeburtstag bei McDonald’s gereicht.

Dafür war The Prinz Formerly Known As Andrew, der Bruder des britischen Königs, wegen Epstein verhaftet worden. Die royalen Titel wurden ihm zuvor schon abgenommen, seine Kronjuwelen hat er noch.

Problemstadt

Die Anpassung an den Klimawandel läuft in Berlin besser als woanders, der öffentliche Nahverkehr wurde bereits vollständig auf Klimaerwärmung umgestellt! Deshalb musste er wegen Kälte vorübergehend eingestellt werden.

Und weil sich die Fußgänger im Februar auf den spiegelglatten Gehwegen lustig die Beine brachen, haben Senat und BSR jedem Bürger einen Eimer prima Streusplitt versprochen. Den sollten die Leutchen auf dem Betriebshof abholen und rutschend nach Hause schleppen. Gut, dass das fast keiner gemacht hat. Die Berliner Notaufnahmen haben nicht genug Verbandszeug für die Geistesblitze des Regierenden Bürgermeisters.

Brauchtum

Die närrischen Tage 2026 sind gut gelaufen. Nur der geplante Terroranschlag auf den Rosenmontagszug in Köln wurde abgesagt, witterungsbedingt. Wegen des Schneeregens war der nordafrikanische Selbstmordattentäter nicht funktionstüchtig und musste eingeschläfert werden. Der IS entschuldigte sich in einem Bekennerschreiben bei den Kölnern und kündigte an, nächstes Jahr einen kälteresistenten Irren aus den tschetschenischen Bergen zu schicken.

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