Nachschlag: Laues Lüftchen
Am Ende hatte wohl niemand Lust, aus Wim Wenders’ Wortmeldung zum Thema »Künstler und Politik« ein großes Drama zu machen. Am wenigsten die Berlinale-Leitung und der RBB. Wenders hatte, angesprochen auf die deutsche Unterstützung für Israel und eine Mitschuld am Völkermord in Gaza, zur Rolle der Künstler gesagt: »Wir müssen uns aus der Politik heraushalten.« Kunst stehe auf der Seite der Menschen. Das hatte die indische Schriftstellerin Arundhati Roy veranlasst, ihre Teilnahme an der Berlinale abzusagen und »von unverschämten Äußerungen« zu sprechen. Der große Wirbel um Wenders’ Aussagen blieb aus. Am Montag abend war der Berlinale-Jury-Präsident dann zu Gast in der Vorführung von »In Which Annie Gives It Those Ones«, dem Film, zu dem Arundhati Roy vor 38 Jahren das Drehbuch verfasst hatte. Nachfragen an Wenders gab es nicht. Der RBB notierte in seiner »Abendschau«-Sendung nur die Wortmeldung von Festivalchefin Tricia Tuttle: Die Freiheit der Meinung gelte auch für Künstler. Ein laues Lüftchen legt sich. (mis)
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