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Aus: Ausgabe vom 05.02.2026, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Kopf

Million Dollar Baby | Di., 18.05 Uhr, Kinowelt TV
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Leben für den Ring: Clint Eastwood (l.), Morgan Freeman und Hilary Swank

In Clint Eastwoods Boxhalle (die von ihm selbst gespielte Figur ist ein gebrochener Boxtrainer und Trainingshallenbesitzer) hängt ein Schild: »Winners are simply willing to do things that losers won’t.« Die Kamera fängt es immer wieder beiläufig ein. Gewinnen bedeutet, alles versucht zu haben. Morgan Freeman spielt Eastwoods Faktotum: Der Mann mit dem Wischmob hat zuviel riskiert und in seinem letzten Kampf ein Auge verloren. Eastwood, sein damaliger Trainer, ist seitdem vorsichtig geworden, zu vorsichtig, um einen Champion zu trainieren. »Always protect yourself« ist seine wichtigste Lektion für den Ring. Das ändert sich mit dem Auftauchen der Titelheldin ein letztes Mal. Sie ist gewillt, alles zu riskieren, um ihrem »Trailerpark Trash«-Schicksal zu entkommen. Bis zum großen Titelkampf geht alles gut. Alle sind entspannt. Und dann sitzen sie nach einem Nasenbeinbruch doch wieder im Krankenhausflur zusammen: »Trainer, was lesen Sie denn da?« – »W. B. Yeats, falls es dich interessiert. Und jetzt halt gefälligst den Kopf nach hinten.« (aha)

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