Nachschlag: Die Drogenkanäle
In Zeiten, in denen der internationale Drogenhandel zunehmend zur politischen Rechtfertigung herangezogen wird, lohnt ein nüchterner Blick auf seine Strukturen. Die zweiteilige Arte-Dokumentation »Europas Drogenmafia«, ausgestrahlt auf Arte und abrufbar in der Arte-Mediathek, zeichnet die historische und heutige Entwicklung des globalen Drogenmarktes nach. Im Fokus steht die zentrale Rolle der Niederlande und Europas, deren koloniale Handelsstrukturen bereits im 17. Jahrhundert internationale Drogenrouten etablierten. Mit der Prohibition verlagerte sich das Geschäft in den Untergrund und wurde zunehmend von organisierter Kriminalität geprägt. Heute gilt Europa, besonders über große Hafenstädte, als wichtiger Umschlagplatz für Kokain. Wichtig zu verstehen ist, wie ungleich die Folgen des Drogenhandels verteilt sind: Während die Hauptkonsummärkte im Norden liegen, tragen Länder des Südens die größte Last von Gewalt, Kriminalisierung und Stigmatisierung. (ir)
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