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Aus: Ausgabe vom 30.01.2026, Seite 1 / Ansichten

Leicht entflammbar

US-Drohungen gegen Iran
Von Nick Brauns
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Presse im Iran warnt vor den Konsequenzen eines US-Angriffs auf das Land (28.1.2026)

Kommt es zum US-Angriff auf den Iran, gar zum offenen Krieg? Zumindest die Drohkulisse steht: Eine große Kriegsflotte um den Flugzeugträger »USS Abraham Lincoln« ist zusammengezogen worden. Derweil warnten nicht nur Russland, sondern auch US-Verbündete wie Saudi-Arabien und die Türkei vor einem militärischen Vorgehen gegen den Iran, das zum unkalkulierbaren Flächenbrand führen könnte.

Zuletzt am Mittwoch hatte Trump der Teheraner Führung mit militärischer Gewalt gedroht, falls diese nicht bereit sei, über ein neues Atomabkommen zu verhandeln. Washington zielt zudem auf die Begrenzung der Raketenkapazitäten des Iran, das Ende der Unterstützung bewaffneter Gruppierungen in Nachbarländern sowie eine wirtschaftliche Öffnung des Landes für US-Kapital.

Von der gerade niedergeschlagenen Protestbewegung im Iran – innerhalb weniger Tage gab es ein beispielloses Blutbad mit Tausenden getöteten Demonstranten – war dagegen bei Trump nicht mehr die Rede. Denn eine demoralisierte Bewegung taugt nicht zum Regime-Change. Ihr Schicksal interessiert in Washington nur, soweit sich daraus propagandistisches Kapital für die eigenen imperialistischen Ziele schlagen lässt.

Niemand wisse, wer die Macht im Iran übernehme, »falls der Oberste Führer und das Regime fallen sollten«, erklärte US-Außenminister Marco Rubio am Mittwoch, nachdem er mit einem Präventivschlag gegen Iran gedroht hatte. Es bestehe aber die Hoffnung, »dass es innerhalb der bestehenden Strukturen Personen gäbe, mit denen man auf einen Übergang hinarbeiten könnte«. Hier schwingt die unverhüllte Drohung mit, Ajatollah Ali Khamenei selbst zum Angriffsziel zu machen. Gleichzeitig klingen berechtigte Zweifel an, ob die Islamische Republik durch einen militärischen Enthauptungsschlag zu stürzen ist.

So dürfte es das kurzfristige Ziel Washingtons sein, die Islamische Republik nicht zu beseitigen, sondern mit einer Mischung aus Drohungen einschließlich eines begrenzten Militärschlages einerseits und Verhandlungsangeboten andererseits gefügig zu machen – Regime-Management statt Regime-Change sozusagen. Venezuela lässt grüßen. Doch sind die Teheraner Fähigkeiten zum Gegenschlag gänzlich andere als diejenigen von Caracas. Es bleibt dabei: Trump und Rubio reiten auf der Bombe.

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  • Leserbrief von Onlineabonnent/in Heinrich H. aus Stadum (29. Januar 2026 um 20:40 Uhr)
    Im Valdai-forum (https://valdaiclub.com/events/posts/articles/iran-peat-bog-fire-and-external-pressure/) kann frau dieses lesen (auf Englisch): »Juri Ljamin, leitender Forscher am Zentrum für Analyse von Strategien und Technologien (CAST), analysierte die militärpolitischen Aspekte der Situation. Er legte dar, die USA und Israel hätten verschiedene Optionen. Die Aufrechterhaltung eines längeren militärischen Drucks ohne Schläge wäre grundsätzlich möglich, da der Iran durch ständige Kampfbereitschaft zermürbt würde. Eine solche Strategie würde jedoch eine langfristige US-Militärpräsenz in der Region erfordern, was Trump lieber vermiede. Auch verschiedene militärische Optionen seien möglich, beispielsweise Versuche, iranische Ölexporte durch Abfangen von Tankern zu blockieren. Der Iran könnte sich jedoch rächen, indem er die Straße von Hormus und den Persischen Golf für die USA und ihre Verbündeten blockiert. Der Iran bereitet sich seit langem auf mögliche Enthauptungsversuche vor und entwickelt Notfallpläne. Die USA könnten auch versuchen, die iranische Ölraffinerieinfrastruktur anzugreifen, um eine Wirtschaftskrise im Land auszulösen und Aufstände zu provozieren. Lyamin betonte, dass der Iran nicht in die «Falle der begrenzten Reaktion» tappen dürfe – die Islamische Republik müsse bereit sein, auf jeden US-Angriff «mit voller Kraft zu reagieren.» Der Analyst glaubt, dass der einzige Weg für den Iran, sich von der äußeren Bedrohung zu befreien, darin besteht, seine Bereitschaft zu einem langwierigen, umfassenden Krieg zu demonstrieren, den die USA für unerwünscht halten.«

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