Nachschlag: Käferchen, flieg
Eigentlich soll Ladybug nur einen Koffer klauen. Doch der im Auftrag der Unterwelt stehende Problemlöser erhält im Shinkansen Gesellschaft von einigen Kollegen. Eine sonst eher lästige Eigenschaft kommt ihm jetzt zugute: Seit Jahren sterben Leute, wenn er seinen Job ausübt. Mit Witz und subtilem Tempowechsel langweilt dieses Kammerspiel auf Rädern in keiner seiner 127 Minuten. Ein Zug wird Metapher. Man kann herumlaufen, Beischlaf üben, Leute killen oder aus dem Fenster schauen. Selbst wer Nickerchen hält, bewegt sich mit 400 Sachen durch Japan. Permanent ist die Fahrt im Hintergrund zu hören, in fast jeder Szene im Fenster zu sehen. Das Leben läuft beständig weiter, gleich, was darin passiert. Unerbittlich rast es in die Zukunft hinein, punktuell gesetzte Rückblenden auf Ereignisse an festen Orten außerhalb des Zugs repräsentieren das Statische der Vergangenheit. Sie ist schon geschehen und nicht mehr änderbar. Im Zug wiederum geht es darum, eine durch penible Planung determinierte Zukunft abzuwenden. (fb)
Friedenspropaganda statt Kriegsspielzeug
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